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Radfahrer in Darmstadt kämpfen dafür, dass Radwege und Kreuzungen in der Stadt sicherer werden. (Symbolbild)

Verkehr in Darmstadt

Radler initiieren in Darmstadt ein Bürgerbegehren

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Nach zwei tödlichen Unfällen sollen Radwege und Kreuzungen für Radfahrer in Darmstadt sicherer werden. Radler sammeln deshalb Unterschriften für ein Bürgerbegehren.

Um das Radfahren in Darmstadt sicherer, entspannter und attraktiver zu machen, ist von Radlern ein Bürgerbegehreninitiiert worden. Getragen wird die Initiative von einem ehrenamtlichen Team. Als Vertrauensleute fungieren David Grünewald, die frühere grüne Stadtverordnete Sabine Crook sowie Gerson Reschke. Finanziell unterstützt wird das Begehren vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Darmstadt-Dieburg, der nach Angaben von Grünewald am Dienstagabend beschlossen hat, der Initiative bis zu 1500 Euro zur Verfügung zu stellen. Der Vorstand des ADFC behalte sich jedoch vor, die eingereichten Belege zu prüfen, ob sie dem Vereinszweck dienen, so Grünewald.

Bis Ende April will die Initiative, der derzeit rund 15 Personen angehören, mindestens 3447 Unterstützerunterschriften in der Stadt sammeln. Wird dieses Ziel erreicht, müssen sich die Stadtverordneten mit dem Begehren befassen und über dessen Zulässigkeit entscheiden. Möglich ist auch, dass das Stadtparlament die Forderungen des Begehrens beschließt. Falls dies nicht passiert, könnten die Bürger etwa am Tag der Landtagswahl, am 28. Oktober, über den „Radentscheid“ in Darmstadt abstimmen.

Die Initiatoren wollen sieben verkehrspolitische Ziele durchsetzen, um die Sicherheit für alle Radler zu erhöhen. Jährlich soll die Stadt hierfür 2,6 Millionen Euro bereitstellen. Grünewald sagte mit bewegten Worten, die Initiatoren stünden noch unter dem Eindruck der beiden Unfälle, bei denen im November vorigen Jahres an zwei Kreuzungen der Bismarckstraße ein Radfahrer und eine Radlerin von Lastwagen angefahren und getötet wurden.

Die Initiatoren des Begehrens wollen auch erreichen, dass jährlich fünf Kilometer der Darmstädter Hauptverkehrsstraßen fahrradfreundlicher als bisher umgestaltet werden. Dabei wird ein Radweg von mindestens 2,3 Meter pro Straßenseite gefordert, um Radverkehr in unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Um neben der objektiven Sicherheit auch das persönliche Sicherheitsgefühl zu erhöhen, sollen die neuen Radwege – wie etwa in den Niederlanden – durch ein bauliches Element vom Kraftverkehr getrennt werden. Zudem sollen jährlich drei sichere Kreuzungen geschaffen, fünf Kilometer attraktive Nebenstraßen umgestaltet, effektiv Mängel beseitigt sowie 50 Bordsteine barrierefrei abgesenkt und zehn Gehwege auf Straßenniveau aufgepflastert werden.

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