Unfall in Bockenheim

Radfahrerin wird von Auto mitgeschleift

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Eine 63 Jahre alte Frau gerät mit dem Rad in die Straßenbahnschienen und stürzt.

In Bockenheim wurde am Dienstagmittag eine 63 Jahre alte Radfahrerin bei einem Unfall verletzt. Die Frau sei aus der Straße Am Weingarten nach links in die Sophienstraße eingebogen, dabei mit dem Rad in die Straßenbahnschienen geraten und gestürzt, sagte Polizeisprecher Manfred Füllhardt.

Ein Auto, das hinter ihr fuhr, habe die Frau daraufhin einige Meter mitgeschleift. Augenzeugen berichteten, an der Unfallstelle habe ein verbogenes Fahrrad unter dem Anhänger eines Autos gelegen. Mutmaßlich habe sich die Frau allerdings schon beim Sturz einen Knochenbruch zugezogen, sagte der Sprecher. Ein Rettungswagen brachte sie ins Krankenhaus. Der Unfall ereignete sich kurz vor zwölf Uhr mitttags. 

Gefahr bei Nässe

An Straßenbahnschienen besteht für Radfahrer grundsätzlich Sturzgefahr. Wenn das Vorderrad in die Senke gerät, lässt es sich nicht mehr lenken; ein Sturz ist kaum zu vermeiden. Noch gefährlicher ist es, wenn die Schienen nass sind, dann sind sie sehr viel glatter als Asphalt. Je schmaler der Reifen, etwa beim Rennrad, desto größer die Gefahr.

Straßenbahnschienen gibt es unter anderem auch in der Adalbertstraße in Bockenheim, in der Schweizer Straße in Sachsenhausen oder der Mainzer Landstraße im Gallus. Fachleute empfehlen, die Straßenbahnschienen nicht in einem spitzen Winkel zu überfahren, sondern in einem 90-Grad-Winkel - oder das Vorderrad über die Schienen zu heben. Grundsätzlich gilt die Sophienstraße nicht als Gefahrenstelle, sondern als eine der fahrradfreundlicheren Straßen in der Stadt. Radfahrer dürfen sowohl den Radweg benutzen, der sich neben dem Bürgersteig befindet, als auch auf der Straße fahren, wo Radsymbole markiert sind. 

2013 wurde auf der Sophienstraße die Pflicht, auf dem Radweg zu fahren, aufgehoben. Die entsprechenden blauen Schilder wurden abmontiert. Nach der Erneuerung des Straßenbelags im vergangenen Jahr wurden weitere Radfahrstreifen- und Piktogramme markiert.

Nach der Novelle der Straßenverkehrsordnung 1997 wurden die Straßenverkehrsbehörden gesetzlich verpflichtet, Pflichtradwege nur dort auszuweisen, wo das Fahren auf der Fahrbahn erwiesenermaßen gefährlich ist – oder die blauen Schilder abzumontieren. In den letzten Monaten hatten sich mehrere Radunfälle ereignet. Allein im Sommer starben vier Radler in der Stadt - im Jahr 2017 gab es nur zwei tödliche Unfälle mit Radfahrern. An drei Stellen erinnern nun sogenannte Geisterräder an die Unfallopfer der letzten Monate.

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