RMV: Wenn man billiger fahren will, darf das Handy nicht zu alt sein.
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RMV: Wenn man billiger fahren will, darf das Handy nicht zu alt sein.

Verkehr

Rabatt nur bei neuen Smartphones? FR-Leser beklagt Benachteiligung beim RMV

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Ein FR-Leser scheitert mit dem Versuch, den neuen RMV-Tarif zu nutzen. Er klagt über eine Benachteiligung.

Beim Fahrkartenkauf 20 Prozent sparen. „Bei diesem neuen Angebot des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV)“, dachte Bernd Schoenes, „bin ich dabei.“ Der Frankfurter machte das erforderliche Update der RMV-App und lud dann seinen Account mit 40 Euro auf. Es folgte die große Enttäuschung: „Die Prepaidfunktion ist nur mit der allerneuesten App benutzbar.“

Gerade jene würden benachteiligt, die sich keine ganz aktuelle Hardware leisten könnten. „Ich finde das im höchsten Maße ungerecht und nicht hinnehmbar“, beklagt Schoenes. „Auch in Bezug auf Nachhaltigkeit ist ein derartiges Vorgehen meines Erachtens nicht akzeptabel.“ Er sieht Parallelen zur Corona-Warn-App, die ebenfalls nur auf neuen Modellen läuft.

Schließt der RMV eine ganze Personengruppe aus?

Die FR-Anfrage beim RMV ergibt: Zur Nutzung des neuen Tarifs ist die Apple-Betriebssystemversion 11.0, für Android die Version 5.0 notwendig. „Aus unserer Erfahrung sind mit diesen Voraussetzungen die allermeisten sich im Umlauf befindenden Smartphones abgedeckt“, sagt Pressesprecher Maximilian Meyer. Möglicherweise habe der FR-Leser beim Kaufvorgang versäumt, die Bezahlweise „RMV-PrepaidRabatt“ auszuwählen. Er empfiehlt, sich bei den FAQ auf der RMV-Homepage noch mal schlau zu machen.

Schoenes versichert, dass er alles richtig gemacht habe. Er bleibt bei seiner Kritik, dass hier eine ganze Personengruppe ausgeschlossen werde. „Wir sprechen hier nicht von Leuten, die sich aktuelle Handys leisten können, sondern wir sprechen von vielen Schülern und Menschen, die eben auf alte Hardware angewiesen sind“, sagt der Frankfurter.

Ausschluss von Menschen durch den RMV stört FR-Leser

Seine Kinder etwa nutzten ein knapp sechs Jahre altes Smartphone, das das erforderliche Betriebssystem nicht laden könne. „Ich kann mir nicht vorstellen dass wir da die Einzigen sind.“ Es gehe ihm auch nicht darum, auf Teufel komm raus 20 Prozent Rabatt zu bekommen. „Mich stört explizit der Ausschluss von Menschen von einem Ermäßigungssystem, die nicht in der Lage sind, sich alle fünf Jahre ein neues Smartphone für Hunderte Euro zu kaufen.“ (Jutta Rippegather)

Das neue Tarifangebot des RMV trägt dem Trend zum Homeoffice Rechnung. Und soll den Wiedereinstieg in Bus und Bahn erleichtern.

Der RMV begrüßt das neue Bußgeld von 50 Euro bei Verstößen gegen die Maskenpflicht - denn jeder Zehnte hält sich nicht daran. Künftig wird angezeigt, wie voll Bus und Bahn sind.

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