Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hessen

„Querdenken“ warnt Kollegien

Etliche hessische Schulleitungen haben Briefe von Anwälten erhalten, mit denen Querdenker Druck ausüben wollen.

Haftung der Schulleitung und Lehrerschaft bei anlassloser Testung“: Mit diesen Worten ist ein Schreiben tituliert, das in den vergangenen Tagen in zahlreichen Briefkästen von Schulleitungen gelandet ist. Darin werden sie aufgefordert, dass die Kinder an ihren Schulen nicht getestet werden, keine Masken tragen und keinen Abstand halten müssen. Die Corona-Tests in der Nase seien „ein körperlicher Eingriff“ und würden die Grundrechte angreifen, gegen die Würde des Menschen und die körperliche Unversehrtheit verstoßen.

Das Schreiben stammt von einer Rechtsanwältin aus Baden-Württemberg, die auf ihren Kanälen beim Nachrichtendienst Telegram Ansichten der Querdenken-Bewegung verbreitet und Eltern dazu auffordert, sich gegen die Tests der Schüler:innen zu wehren und ihren Brief an die Schulen weiterzuleiten.

Marianne Schmitt*, Leiterin einer Grundschule, hat das Schreiben der Anwältin per E-Mail am Freitag voriger Woche erhalten – im Anhang ein Urteil des Amtsgerichts Weimar vom 8. April, in dem die Maskenpflicht und das Testen in den Schulen als Gefährdung des Kindeswohls erachtet werden. Ein gleiches Schreiben hätte sie dann auch noch im Briefkasten vorgefunden. „Das verunsichert natürlich erst einmal und ist nicht schön“, sagt Schmitt. Dadurch könnten Kollegen verängstigt werden. Sie selbst habe die Lehrer ihrer Schule auf die Existenz des Briefes hingewiesen und ihnen geraten, diesen nicht ernstzunehmen. „Ich lasse mich davon nicht beirren und einschüchtern. Ansonsten haben diese Menschen ja erreicht, was sie wollen“, sagt Schmitt. „Wir haben eine klare Vorgabe unseres Dienstherrn und die befolgen wir.“

Im Staatlichen Schulamt weiß man von diesen und ähnlichen Briefen, die von Anwälten an Schulleitungen geschickt werden. „Wir lassen diese gerade von unseren Juristen prüfen“, sagt Amtsleiterin Evelin Spyra. „Die Schulen werden eine Unterstützung von uns bekommen, wie sie damit umgehen sollen.“ Bis dahin sollten sie die Briefe am besten einfach ignorieren.

*Name von der Redaktion geändert

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare