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Quer durchs Frankenland

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Von: Andreas Hartmann

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Bamberg ist Weltkulturerbe, hier das Rathaus in der Regnitz.
Bamberg ist Weltkulturerbe, hier das Rathaus in der Regnitz. © Imago

Die Bahnstrecke von Frankfurt nach Bamberg ist so schön, dass sie wie von Tourismusbüros erfunden scheint.

Es ist doch erstaunlich, wie weit man mit manchen Regionalzügen ohne Umsteigen kommen kann – die Bahnstrecke von Frankfurt nach Bamberg beispielsweise scheint, als hätte sie ein cleveres Tourismus-Management erfunden. Quer durchs fränkische Madonnenland fährt der Regionalexpress nach Bamberg im Zwei-Stunden-Takt ab Frankfurt über Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt. Die Fahrt dauert ziemlich genau drei Stunden, führt durch den Spessart mit seinen zahllosen Wandermöglichkeiten und immer wieder am Main entlang. In Würzburg könnte man Pause machen, die ehemalige fürstbischöfliche Residenz (Weltkulturerbe) ist allein schon eine Reise wert.

Bamberg könnte also ein schöner Tagesausflug werden, aber mal ehrlich! Bamberg? An nur einem Tag? Dann bliebe ja kaum Zeit für den mutmaßlich schönsten Biergarten der Welt, den „Spezial-Keller“ neben der Sternwarte. Der Blick auf die Türme und Dächer der Stadt ist abends nämlich am malerischsten, und das ist auch die Zeit für das berühmte Bamberger Rauchbier. Man könnte also mal übernachten, dann profitiert auch die Stadt vom Tourismus, und man hat ja viel Geld für die Zugfahrt gespart.

Die im Krieg fast gar nicht zerstörte Stadt, übrigens ebenfalls Weltkulturerbe, bietet mehr als genug für ein romantisches Wochenende. Die Liste der Kunstschätze ist schier endlos, der Dom natürlich mit dem Bamberger Reiter, die einzigartigen mittelalterlichen Kaisermäntel im benachbarten Diözesanmuseum, ein riesiges Tintoretto-Gemälde in der Oberen Pfarre, das auf seinem eigenen Hügel thronende Kloster St. Michael auf dem Michelsberg (übrigens auch mit tollem Biergarten) und und und. Dazu schlängelt sich die Regnitz durch die Altstadt, und das Rathaus im Fluss sieht aus, als gehöre es zu einer Modelleisenbahn.

Bahntouren mit dem Neun-Euro-Ticket

Live-Fernsehen im Zugfenster. Möglichst schnell und minutengenau von A nach B war gestern – das Neun-Euro-Ticket macht den Weg zum Ziel. Eine Gesamtschau.

Bahntouren (1): Die große Flussfahrt - an Rhein, Mosel, Saar und Nahe. Zugegeben: Wer unsere Flusstour komplett fährt, ist einen großen Teil des Tages unterwegs. Aber das lohnt sich. Hier ist eine Strecke schöner als die andere. Und von Frankfurt aus mit nur zwei Umstiegen machbar.

Bahntouren (2): Mitten durch den tiefen Odenwald. Grün soweit das Auge reicht. Unendlich viele Wandermöglichkeiten. Und eine Strecke, die zum großen Teil denkmalgeschützt ist: die Odenwaldbahn. Mit Stopp in Heidelberg.

Bahntouren (3): Quer durchs Frankenland. Die Bahnstrecke von Frankfurt nach Bamberg ist so schön, dass sie wie von Tourismusbüros erfunden scheint.

Bahntouren (4): Mit dem Bähnchen in den Hunsrück. Viele Nebenstrecken sind in den vergangenen Jahrzehnten geschlossen worden. Wenigstens teilweise überlebt hat die Hunsrückbahn, die angeblich steilste Bahnstrecke Deutschlands.

Was ist Ihre Lieblingsstrecke? Die Frankfurter Rundschau schlägt Ihnen auf dieser Doppelseite einige Bahntouren vor, die der Redaktion als besonders reizvoll erscheinen. Da das Neun-Euro-Ticket ganze drei Monate lang Zeit bietet, neue Gegenden zu erkunden, fragen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser: Was ist Ihre Lieblingsstrecke im Bahnverkehr? Und was finden Sie an ihr so reizvoll? Bitte schreiben Sie uns Ihre Vorschläge – am besten per E-Mail an die Adresse stadtredaktion (at) fr.de mit dem Stichwort „Meine Lieblingsstrecke“. Die Redaktion sammelt Ihre Einsendungen und stellt ausgewählte Ideen vor.

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