Regionalzüge am Hauptbahnhof Darmstadt.

Verkehr

Pünktlichkeit der Regionalzüge: Hessen auf drittletztem Platz

Die Regionalzüge der Deutschen Bahn sind relativ pünktlich - aber nicht überall gleich. In Hessen warten Fahrgäste länger als im Bundesdurchschnitt.

Auf Regionalzüge der Deutschen Bahn müssen Fahrgäste in Hessen häufig länger warten als im bundesweiten Durchschnitt. Rund 90,9 Prozent kamen im vergangenen Jahr pünktlich an, wie das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das waren 0,5 Prozentpunkte weniger als 2017. 

Im bundesweiten Durchschnitt waren im vergangenen Jahr 94,1 Prozent der Regionalzüge der Deutschen Bahn pünktlich, das waren 0,4 Punkte weniger als im Vorjahr. Bei der Statistik werden auch S-Bahnen mitgezählt. In der bundesweiten Rangliste zur Pünktlichkeit der Regionalzüge liegt Hessen für das Jahr 2018 auf dem drittletzten Platz. 

Die Bahn, der Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) und das Land Hessen haben vergangene Woche ein Intensivprogramm angekündigt, das die Qualität des Nahverkehrs auf der Schiene verbessern soll. Erste Maßnahmen, die bereits im vergangenen Jahr angestoßen wurden, zeigten laut RMV bereits Wirkung. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sei die Pünktlichkeit der S-Bahn um 1,5 Prozent verbessert worden. Während derzeit die Pünktlichkeitsrate zwischen 93 und 94 Prozent betrage, habe sie vor einem halben Jahr noch unterhalb von 92 Prozent gelegen. 

Fahrgastverband: Es müssten mehr Züge angeschafft werden

Thomas Kraft, Landesvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn, bleibt dennoch skeptisch. "Es müssten wesentlich mehr Züge angeschafft werden", sagte Kraft. Zudem gebe es zu wenig ausgebildete Lokführer, auf kurzfristige Zwischenfälle sei man daher nicht vorbereitet. Kraft lobte den Einsatz von Bahnsteiglotsen am Frankfurter Hauptbahnhof. Denn auch die Zugreisenden selbst seien Teil des Pünktlichkeitsproblems. "Die Züge haben nur 90 Sekunden Zeit, um loszufahren und die Weichen zu passieren", erklärte Kraft. Gerade bei Veranstaltungen sei das kaum einzuhalten, weil immer mehr Fahrgäste zusteigen wollten. Die Lotsen sollen nun dafür sorgen, dass die Türen schneller frei werden. 

Hamburg und Berlin schneiden gut ab

Die meisten pünktlichen Regionalzüge gab es 2018 in Hamburg. Dort lag die Quote bei 97,7 Prozent. Am schlechtesten schnitt Bremen ab, wo nur 86 Prozent der Züge pünktlich waren - das heißt nach Bahn-Definition: weniger als sechs Minuten zu spät. Berlin und Hamburg schneiden auch deshalb so gut ab, weil die S-Bahn mitgezählt wird. Sie gilt ab vier beziehungsweise drei Minuten Verzug als verspätet, entlastet aber durch ihre kurzen Strecken und vielen Fahrten die Statistik. 

Regionalzüge und S-Bahnen fährt die Bahn nicht auf eigene Rechnung. Sie werden im Auftrag der Länder von den Verkehrsverbünden bestellt und bezuschusst. Bei Verspätungen können die Länder ihre Zahlungen kürzen. Etwa zwei Drittel des Angebots fährt der Staatskonzern Deutsche Bahn. Nach den Zahlen, die sie über ihre Tochter DB Netz selbst erhebt, war sie in den vergangenen Jahren stets geringfügig pünktlicher als die Konkurrenz. (dpa/lhe)

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