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Auch viele junge Leute gingen in Kelkheim auf die Straße.
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Auch viele junge Leute gingen in Kelkheim auf die Straße.

Kelkheim

Protestzug gegen Auftritt von Frauke Petry

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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  • Torsten Weigelt
    Torsten Weigelt
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700 Menschen protestieren in Kelkheim gegen den Wahlkampfauftritt der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry in der Stadthalle. Dort versammeln sich knapp 200 AfD-Anhänger.

Der Bronzeengel, der die Autofahrer am Kreisel in Richtung Stadtmitte empfängt, ist in ein farbenfrohes Kleid gehüllt. „Kelkheim ist bunt“ steht auf einem Plakat, das die Statue in der Hand hält. Unbekannte haben „Kreisel Else“ passend für die Veranstaltung „Kelkheim – deine Stimme gegen Rechts“ dekoriert. Ein Bündnis aus Parteien, Vereinen und Organisationen hat für den Donnerstagnachmittag zu einem Protestzug durch die Kelkheimer Innenstadt eingeladen. Der Anlass: Die Alternative für Deutschland hatte eine Wahlkampfveranstaltung in der Stadthalle mit AfD-Vorsitzender Frauke Petry angekündigt. Um 17 Uhr formiert sich der Protestzug am Bahnhof.

Hunderte sind von Anfang an dabei. Europafahnen werden geschwenkt und die roten Flaggen von SPD und Linken. „Aufstehen gegen rechts“ steht auf Transparenten, „In Vielfalt geeint“, „AfD abschieben“. Politiker von SPD, Grünen und Linken aus dem ganzen Main-Taunus-Kreis sind dabei, ältere Menschen, Familien mit Kindern und viele Jugendliche. Die Schülervertretungen der drei weiterführenden Schulen der Stadt haben sich dem Bündnis angeschlossen. In der Kelkheimer Stadtmitte findet eine erste Kundgebung statt. Reden werden gehalten, Musik ertönt aus den Lautsprechern. Auch Lisa Wachsmuth-Weiß steht in der Menge. Sie hat ihren grauen Regenschirm mit bunten Flatterbändern dekoriert.

„Man muss was tun gegen das rechte Gesocks“, findet die Kelkheimerin, die sich in der Flüchtlingshilfe engagiert und die syrische Familie, die sie betreut, zur Demo mitgebracht hat. Weiter zieht der Protestzug zum Kelkheimer Rathaus. Keine hundert Meter entfernt, haben sich vor der Stadthalle ein paar Dutzend Demonstranten postiert. Sie sind von Polizisten umgeben. „Ob Ost, ob West, nieder mit der Nazipest“ skandieren sie, eine Frau ruft jedem, der sich dem Eingang der Stadthalle nähert, zu: „Reden Sie doch mit uns, statt mit Frauke Petry.“ Alle, die zur AfD-Veranstaltung wollen, müssen eine Taschenkontrolle über sich ergehen lassen. Am Ende sind es knapp 200, die den Wahlkampfauftritt von Petry verfolgen. Der große Saal der Stadthalle ist damit etwa zu einem Drittel gefüllt.

Draußen vor dem Rathaus stehen 700 Menschen. Trotz kühler Temperaturen herrscht Party-Stimmung. Er hoffe, dass die AfD im Kreistag und im Bad Sodener Stadtparlament nur ein vorübergehendes Phänomen sei, sagt der Vorsitzende der Main-Taunus-Grünen, Frank Laurent. Die AfD missbrauche den christlichen Glauben für ihre politischen Zwecke, sagt die Pfarrerin der evangelischen Paulusgemeinde in Kelkheim, Elisabeth Paulmann. „Das dürfen wir nicht dulden.“ Von einer pluralistischen Schulgemeinschaft sprechen die Schüler Lisa und Murtazar. „Schluss mit dem Gehetze, Frau Petry“, fordert Ilja-Kristin Seewald, die für die SPD zur Bundestagswahl antritt.

Die AfD-Vorsitzende wird derweil von ihren Anhängern in der Stadthalle mit Standing Ovations begrüßt und bekommt tosenden Beifall, als sie ARD und ZDF abschaffen will.

AfD-Bundestagskandidat Gernot Laude aus Hofheim spricht von einem Parteienkartell und bezeichnet Bundeskanzlerin Angela Merkel als Vertrags- und Gesetzesbrecherin.

Draußen vor dem Rathaus spielt ein Schüler Gitarre und singt. „Ich bin stolz auf euch, dass ihr alle da seid“, ruft Kelkheims Bürgermeister Albrecht Kündiger (UKW) in die Menge. Es gelte Freiheit und Grundgesetz zu verteidigen. „Man muss den Parolen der AfD etwas entgegensetzen.“

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