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Baumstümpfe stehen nach dem Ende der Rodungen auf der A49-Trasse in der Schneise im Dannenröder Forst in Mittelhessen.
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Baumstümpfe stehen nach dem Ende der Rodungen auf der A49-Trasse in der Schneise im Dannenröder Forst in Mittelhessen.

A49

Hängematte über der Autobahntrasse

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Waldbesetzer ziehen Traverse über gerodete Fläche am Dannenröder Forst. Andere Gegner des Vorhabens vernetzen sich.

Der Widerstand gegen den Ausbau der Autobahn 49 geht weiter. Am Mittwoch voriger Woche hatten Aktivisten über die gerodete Schneise in Dannenberg (Homberg/Ohm) eine Traverse gespannt. Daran befestigten sie eine Hängematte und zwei Wörter: „Danni lebt“. Danni steht für den Dannenröder Forst. „Wir haben Zelt, Planen und ein Feuer. Außerdem große Holzhaufen und eine Hängematte in der Traverse, wo die Cops nicht an uns rankommen“, twitterte eine Besetzerin. Die Polizei werde jetzt mit den Leuten reden, sagte ein Sprecher am Montag auf Anfrage. Ob geräumt werden soll, stand bis Redaktionsschluss nicht fest.

Das Vorhaben

Das letzte verbliebene Baumhaus von Gegnern der Autobahn 49 wurde am 8. Dezember geräumt. Kurz danach waren die Rodungsarbeiten beendet. Offiziellen Angaben zufolge misst die gerodete Fläche rund 85 Hektar. Der Großeinsatz der Polizei und die Rodungen für die neue Trasse hatten am 10. November begonnen. Bereits zuvor waren im Herrenwald bei Stadtallendorf sowie im Maulbacher Wald bei Homberg Bäume gefällt worden. Umwelt- und Klimaschützer kritisieren die Zerstörung und sorgen sich um das Trinkwasser. Befürworter erhoffen sich durch den Lückenschluss weniger Verkehrsbelastung in den Dörfern der Region.

Der Kampf sei noch lange nicht verloren, sagte ein Aktivist der Frankfurter Rundschau. „Erst der Aushub der Lehmschichten gefährdet das Trinkwasser.“ Das Camp im Forst bestehe weiter. Eine zweistellige Zahl junger Leute trotze der Kälte und übernachte in Zelten. Ein wegen Corona geschlossenes Gasthaus biete die Möglichkeit zum Regenerieren, Studieren und zur Weiterbildung. Es sei sogar gelungen, die Technik aufzurüsten: „Im ganzen Camp gibt es jetzt WLAN.“

Auch an anderer Stelle ist etwas entstanden, das die spektakuläre Räumung der Baumhausdörfer im Dannenröder Forst überlebt hat. Vertreter:innen der Danni-Eltern, der „Parents for Future“, der Klimaliste Hessen und Baden-Württemberg, des Aktionsbündnisses „Keine A49“ und anderer Gruppen haben am Sonntag ihr erstes Netzwerktreffen veranstaltet, berichtet Barbara Schlemmer vom örtlichen Aktionsbündnis. Das Ziel sei, die Strukturen des Camps mit Küfa (Küche für alle) und dem Gasthof als Bildungszentrum zu erhalten. Die Idee eines Klimacamps rücke näher, sagte Schlemmer. „Das geht aber frühestens im April, wegen Corona.“ Auf Kritik stößt die Aussage von Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), wonach es nach den Lückenschlüssen der A44 und der A49 sowie dem Bau des Riederwaldtunnels keine Autobahnneubauten in Hessen mehr geben werde. „Nach dem unfassbaren Ausmaß, das die Rodung des Dannenröder Forsts für ein – nicht mehr zeitgemäßes – Bauprojekt angenommen hat, sind wir durchaus skeptisch“, schreibt der Vorstand des Vereins Klimaliste Hessen, der in mehreren Orten zur Kommunalwahl antreten will. Er zweifele an der Bedeutung der Aussage, weil die Verantwortlichkeit für den Autobahnbau zum Jahreswechsel an den Bund überging.

Auch habe Al-Wazir stets behauptet, das Land könne sich nicht gegen den Ausbau der A49 stellen, sondern einzig der Bund. Die Unterzeichner fordern konkrete Informationen über die Folgen der von Al-Wazir aufgezählten offenen Projekte für Natur und Klima. Sie befürchten, dass damit noch längst nicht Schluss ist: „Ein Blick in den Bundesverkehrswegeplan und die darin aufgeführten 101 Projekte des vordringlichen Bedarfs lässt Schlimmes befürchten.“

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