Gut gebrüllt

Prost, Hessischer Landtag!

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Die Rheingauer Weinwoche ist wie eine siebte Ferienwoche. Aber man erfährt vieles - zum Beispiel über neue Posten für ehemalige Pressesprecher. Die Kolumne aus dem Landtag.

Die siebte Ferienwoche geht ihrem Ende entgegen und in der nächsten Woche beginnt der Landtag wieder richtig.

Sieben Wochen Ferien? Ja und nein. Die Landtagsabgeordneten waren durchaus wieder in ihren Wiesbadener Büros anzutreffen, so wie die Schülerinnen und Schüler in ihren Klassenräumen.

Aber etwas Ferienstimmung schwebte noch über dem Geschehen. Denn vor dem Landtag begann täglich um 11 Uhr der fröhliche Ausschank der „Rheingauer Weinwoche“ und die Livemusik schallte in die Parlamentsbüros.

An den Tischen sah man gruppenweise Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Mitarbeiter des Landtags, der Ministerien und der Staatskanzlei sitzen. Christdemokraten konnte man zuverlässig am Stand des Neffen von Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung antreffen. Manchmal wurden auch Journalisten eingeladen, sich zu den lockeren Runden hinzuzugesellen.

Nur die Einladung der AfD verpuffte. Sie sagte das Treffen mit den Landtagsreportern wieder ab – vielleicht, weil der Winzer sie nicht bewirten wollte, vielleicht, weil sich nicht genügend Journalisten angemeldet hatten. Darüber gingen die Darstellungen auseinander. Womöglich traf beides zu.

An den anderen Tischen gab es genug zu besprechen: die Reiseaffäre von Digitalministerin Kristina Sinemus und die Suche der Bundes-SPD nach Vorsitzenden, die rechtsextrem motivierten Gewalttaten in Hessen und die kommenden Wahlen in drei Bundesländern.

Zudem gibt es neue Ansprechpartner für uns Journalisten. André Uzulis hat sich als Pressesprecher der FDP verabschiedet, über die Nachfolge ist noch nicht entschieden. Während Uzulis Hessen verlässt und zur Berliner Volksbank geht, wird der andere Wechsel zum Politikum.

Christoph Weirich gibt seine Rolle als CDU-Sprecher auf und wird durch Bastian Zander ersetzt, der aus Volker Bouffiers Staatskanzlei kommt. Weirich soll einen Posten in der Landtagsverwaltung antreten, der anscheinend eigens für ihn geschaffen wird. Er solle „besondere Projekte“ wahrnehmen, teilten die Christdemokraten mit. Das macht die SPD hellhörig. „Soweit uns bekannt ist, gibt es beim Landtag gar keine freie Stelle mit dieser Besoldung“, monierte SPD-Aufpasser Günter Rudolph und forderte eine Erklärung von Landtagspräsident Boris Rhein (CDU).

Man merkt, die Zeit der Erholung ist endgültig vorüber. In der nächsten Woche sind die Weinstände abgebaut. Der Ernst des politischen Lebens kehrt wieder ein. Große Anhörungen zum Schutz von Schwangerenberatungsstellen, zu Seilbahnen und zum Wohnungsbau stehen an. Sieht ganz so aus, als sei mit einer achten Ferienwoche im Landtag nicht zu rechnen.

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