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Probleme unterm Rathausdach

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Vor dem Bau einer Solar-Anlage muss Statik überprüft werden

KÖNIGSTEIN - Das Königsteiner Rathaus im Burgweg soll fit gemacht werden für die Zukunft. An das mehrgeschossige Verwaltungsgebäude im Burgweg soll zum einen im Dienste der Barrierefreiheit ein Aufzug angebaut werden. Und zum anderen soll zum Zwecke der Energieversorgung eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach gesetzt werden. So weit so sinnvoll. Was allerdings für die Verantwortlichen überraschend ist, ist der Umstand, dass auf dem Weg in die Zukunft zunächst Fehler der Vergangenheit behoben werden müssen.

Das mag bei einem Gebäudekomplex, der fast 120 Jahre alt ist, zunächst nicht so unerwartet erscheinen. Die Probleme aber, die jetzt aufgetaucht sind und die Statik des Daches betreffen, rühren nicht aus der Entstehungszeit des dreiflügeligen Ensembles, das Großherzog Adolph noch 1905 ursprünglich hatte errichten lassen, um darin Pferde und Kutschen unterzustellen.

Die Versäumnisse, die jetzt Ärger bereiten, sind deutlich jüngeren Datums. Darüber informierte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) die städtischen Gremien in der letzten Sitzungsrunde vor der Weihnachtspause. Demnach rühren die Fehler aus der Zeit, als Marstall und Kutscherhaus vor rund 20 Jahren zum Verwaltungssitz umgebaut wurden. Damals wurde die alte Gebäudesubstanz aufwendig saniert und zugleich ein neues Mittelstück eingefügt, in dem sich heute der Haupteingang samt Bürgerservice im Erdgeschoss sowie Büros, Bürgermeister- und Magistratszimmer in den Stockwerken darüber befinden. Verbunden wurden die alten und neuen Gebäudeteile über einen stählernen Dachstuhl, der jetzt Probleme bereitet.

Was genau im Argen liegt? Im Bauausschuss hatte Bürgermeister Helm berichtet, dass im Zuge der Planung für die Photovoltaikanlage die Statik des Daches auf dem Rathaus geprüft und bemängelt worden sei. Offensichtlich, so der Rathauschef, sei das Dach nicht so gebaut worden, wie es ursprünglich geplant gewesen sei, was zur Folge habe, dass die Konstruktion schon heute statisch nicht mehr einwandfrei sei.

Aus diesem Grund seien direkt erste Sicherungsmaßnahmen eingeleitet worden. Nachdem man den Speicher ausgeräumt habe, würden Messpunkte angebracht, um etwaige Bewegungen in der Stahlkonstruktion zu registrieren. Im Anschluss, so Helm, komme ein Schlosser, um eine entsprechende Sicherung des Dachstuhls vorzunehmen.

Die Monitoring-Geräte seien mittlerweile installiert und auch der Schlosser habe seine Arbeit aufgenommen, skizzierte Gerd Böhmig den aktuellen Stand. Nach Auskunft des Leiters des Fachbereichs „Planen Umwelt Bauen“ im Rathaus sei es nicht die Statik des Daches über dem Neubau, die Sorgen bereite. Die Schwierigkeiten rührten daher, dass offensichtlich die Tragfähigkeit der Bestandsbauten nicht ordnungsgemäß überprüft worden sei, bevor der neue Dachstuhl draufgesetzt worden sei.

Welche Folgen das für die Statik hat und welche Kosten es verursacht, das Problem zu beheben - das werde man erst nach Abschluss der Untersuchung konkret sagen können. Böhmig geht davon aus, dass die Schwierigkeiten im Zuge der weiteren Maßnahmen behoben werden, die im Rathaus ohnehin geplant sind. Neben des Anbaus des Aufzugs und der Installation einer Photovoltaik-Anlage zählten dazu auch die Unterbringung eines Notstrom-Aggregats in der Verwaltung sowie Arbeiten im Bereich des Bürgerbüros. sj

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