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Privates Hirnforschungsinstitut gegründet

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1986 gründen die Zwillingsbrüder Strüngmann den Pharma-Konzern Hexal. Nach seinem Verkauf finanzieren sie jetzt ein neurowissenschaftliches Institut, das mit der Max-Planck-Gesellschaft kooperieren wird.

Frankfurt/Main (dpa) - Zwei ehemalige Pharma-Unternehmer gründen ein privat finanziertes Institut für Hirnforschung, das mit der Max- Planck-Gesellschaft zusammenarbeitet.

In Frankfurt am Main wurde ein entsprechender Kooperationsvertrag unterzeichnet. Das rechtlich selbstständige Ernst-Strüngmann-Institut für kognitive Neurowissenschaften wird aus den Erträgen eines Stiftungskapitals von mehr als 200 Millionen Euro finanziert.

Kapitalgeber sind die Brüder Andreas und Thomas Strüngmann, die 1986 in Holzkirchen das Generika-Unternehmen Hexal gegründet und 2005 an Novartis verkauft haben. Sie hätten "schon immer gerne etwas aufgebaut", gaben die Zwillinge als Begründung an.

"Die Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft soll sicherstellen, dass die Forschung an dem neuen Institut höchsten wissenschaftlichen Standards genügt." Benannt ist das Institut nach dem Vater der Brüder.

Während der Gründungsphase wird das Institut kommissarisch von Proffesor Wolf Singer geleitet, dem Direktor des Frankfurter Max-Planck- Instituts für Hirnforschung. Nach dem Umzug seines Hauses auf den neuen naturwissenschaftlichen Campus übernimmt das Ernst-Strüngmann- Institut das alte Institutsgebäude.

Dieser Standort habe den Vorteil, nahe am Universitätsklinikum zu liegen. "Die Forschungsarbeiten sind komplementär zu denen am Max-Planck-Institut und werden die Translation wissenschaftlicher Ergebnisse vom Tier zum Menschen ermöglichen", charakterisierte Singer das Profil der Einrichtung.

Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, lobte das Engagement der Strüngmann-Brüder als "Mäzenatentum im besten Sinne" und hofft auf weitere Initiativen dieser Art.

Ein privates Institut habe viele Vorteile: Es könne flexibler und unabhängiger agieren und zudem "international konkurrenzfähige Gehälter" zahlen. Nur so könnten die besten Forscher der Welt für die Grundlagenforschung in Deutschland gewonnen werden. Für Frankfurt habe man sich "wegen des wissenschaftlich produktiven Umfelds" entschieden.

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