Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schnelltests sind auf dem Festplatz am Ratsweg in Frankfurt mittlerweile auch im Auto möglich. michael schick
+
Schnelltests sind auf dem Festplatz am Ratsweg in Frankfurt mittlerweile auch im Auto möglich. michael schick

Rhein-Main

Private Geldgeber springen Testcenter-Betreiber bei

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
    schließen

Partnerfirmen helfen dem in Geldnot gekommenen Testcenter-Betreiber Covimedical. Damit sind auch im Rhein-Main-Gebiet wieder Termine für Schnelltests am Wochenende möglich.

Die Testzentren, die wegen Geldnot in mehreren Kommunen im Rhein-Main-Gebiet keine Schnelltests mehr anbieten konnten, werden am kommenden Wochenende wohl wieder für kostenlose Bürgertests zur Verfügung stehen. Der Betreiber, die Covimedical GmbH, habe Möglichkeiten zur Zwischenfinanzierung gefunden, sagte Pressesprecher David Timm am Montag auf FR-Anfrage. Außerdem haben Bund und Land ein Entgegenkommen signalisiert.

Seit Donnerstag waren in den bundesweit 69 Testzentren von Covimedical keine Terminbuchungen für kostenlose Bürgertests mehr möglich. Grund: Der Bund hat die entstandenen Kosten bisher nicht bezahlt und das Unternehmen hat nicht genug Geld, um die Verbrauchsmaterialien und Tests weiterhin aus eigenen Mitteln vorzufinanzieren. Im Rhein-Main-Gebiet waren davon die Testcenter in Wiesbaden-Schierstein und -Sonnenberg, in Heusenstamm, Rodgau-Weiskirchen, in Frankfurt in der Henschelstraße sowie in Darmstadt in der Galerie Kurzweil und im Club Huckebein betroffen.

Am Donnerstag, 15. April, wird die Kassenärztliche Vereinigung (KV) das Geld für den Monat März vom Bundesamt für soziale Sicherung an die Testcenter-Betreiber auszahlen. „Bis es dann an uns weitergereicht ist, ist es Montag“, so Unternehmenssprecher Timm. Der Betrag, den die KV überweist, werde jedoch bei weitem nicht ausreichen. Die März-Zahlungen würden nämlich die Zahl der kostenlosen Testungen nicht widerspiegeln, die Covimedical im April vornahm. Vor allem an Ostern sei der Zulauf enorm gewesen. „Die Testanzahl hat sich an einigen unserer Standorte zum Teil verzehnfacht“, so Timm. 3,7 Millionen Euro erwarte man aktuell rückwirkend von der KV, habe aber einen Kapitalbedarf von monatlich 7,5 Millionen Euro.

Damit die Bürgertests schnell weitergehen können, hat der Testcenter-Betreiber seine Fühler nach privaten Partnern ausgestreckt, die mit Zwischenfinanzierungen aus der vorübergehenden Geldnot helfen können. Vor allem die Firma Tip-Top Dienstleistungen habe finanzielle Hilfen zur Verfügung gestellt, damit Covimedical gegen Sofortkasse wieder Verbrauchsmaterialien und Tests bei Großlieferanten kaufen kann. Trotzdem werde man damit nicht „auf Volllast öffnen können“, so Timm. „Wir machen gerade eine Aufstellung, wie wir die möglichen Tests auf die Testzentren verteilen“, sagt er.

Auf der Internetseite www.15minutentest.de können die Bürger und Bürgerinnen ab sofort wieder Termine für kostenlose Schnelltests buchen, die dann frühestens ab dem Wochenende zur Verfügung stehen – allerdings noch nicht an allen Standorten. „Dort, wo unsere Logistiker am schnellsten anliefern können“, erklärt Timm. Im Laufe der Woche sollen dann sukzessive auch Onlinetermine für die weiteren Stationen möglich sein.

„Wir bräuchten auf jeden Fall eine schnellere Lösung“, sagt Timm und konkretisiert: In den nächsten acht Wochen müsse es regelmäßig wöchentliche Abschlagszahlungen geben, „bis wir in den Cashflow gekommen sind“. Weil die ortsnahe Teststruktur landesweit flächendeckend ausgebaut werden soll, habe Covimedical sehr viele Anfragen von Kommunen. Trotz des finanziellen Engpasses der vergangenen Tage sei kein Personal entlassen oder in Kurzarbeit geschickt worden, man wolle und werde in den kommenden Wochen weiter wachsen. „Allein schon, wenn Gastronomiebetriebe und Biergärten wieder öffnen, müssen viele Millionen Tests gemacht werden“, sagt er. So eine Expansion sei aber nur mit Zwischenfinanzierungen möglich. „Darüber sind wir aktuell mit dem Land Hessen im Austausch.“

Laut hessischem Sozialministerium steht das Unternehmen mit seinem Problem nicht allein da. Berlin habe auch schon reagiert. Ursprünglich sei eine quartalsweise Abrechnung vorgesehen gewesen. „Nach den Rückmeldungen einzelner Betreiber zu Finanzierungsschwierigkeiten während des Vorleistungszeitraums wurde seitens des Bundes in der Testverordnung bereits ein kalendermonatlicher Abrechnungszyklus ermöglicht“, erklärt das Ministerium auf FR-Anfrage. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe zudem mitgeteilt, dass Abschlagszahlungen möglich seien; er habe sie für diese Woche angekündigt. Ergänzend prüfe das Land Hessen derzeit weitere Formen der Unterstützung. Die Sorge um drohende Engpässe teilt das Ministerium nicht. „Grundsätzlich gibt es in Hessen ein großes und gesichertes Netz an Teststellen im ganzen Land, nach aktuellem Stand sind es 710.“

https://www.corona-test-hessen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare