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Richtig atmen wirkt im Alltag wahre Wunder.

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Praktische Tipps gegen Stress in Frankfurt

  • Sophie Vorgrimler
    vonSophie Vorgrimler
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„Meditation ist das Gegenteil von Konzentration“, sagt Meditationslehrer Christoph Köllner im Interview mit der Frankfurter Rundschau.

Herr Köllner, Sie sind Meditationslehrer und unterrichten für „Art of Living“, unter anderem in Frankfurt. Was lehren Sie da?

„Art of Living“ sind Pioniere im Bereich Meditation. Wir sind weltweit aktiv und bieten ein vielseitiges Programm. Vor 40 Jahren wurde „Art of Living“ in Indien gegründet, von einem richtigen Yogi – keinem Youtube-Yogi. Alles mit der Überzeugung: Wenn die Gesellschaft stressfrei ist, ist sie auch gewaltfrei.

Was Stress ist, muss man an dieser Stelle wohl niemandem erklären – da kennt jeder seine eigene Version. Sie sagen, Meditation hilft dagegen?

Ja, definitiv. Das ist wie bei einem Handy, wenn die Batterie leer ist, muss man sie aufladen. Und besser man macht es schon vorher. Man sagt, es gibt vier Hauptenergiequellen: Schlaf, Essen und Trinken, eine positive Geistesposition und der Atem. Je höher das Energielevel, desto besser kann man mit Stress umgehen. Schon 20 Minuten Meditation am Tag helfen viel.

Man hört ja Erstaunliches, was Meditation scheinbar leisten kann: körperlich, psychisch, kognitiv. Für Gesundheit und Zufriedenheit. Es heißt Eigenschaften wie Empathie wüchsen und Demenz ließe sich vorbeugen.

Dazu gibt es Studien noch und nöcher. Auch aus dreizehn Jahren als Meditationslehrer kann ich von unglaublichen Erfahrungen berichten. Es ist natürlich nicht so, als könnten Sie nur meditieren und alles wird gut. Es reicht ja auch nicht, nur zu schlafen und nichts zu essen. Meditation löst keine Probleme. Aber sie hilft diese anzugehen. Vielem wird man sich erst mit Abstand bewusst. Wie nach einer Feier mit lauter Musik: Wenn man geht, bekommt man Piepsen im Ohr, erst dann merkt man, wie laut es dort gewesen ist.

Schwebt über den Dingen: Christoph Köllner (37).

Okay, nun möchte ich loslegen und meditieren. Wie fängt man da an?

Dafür sollte man alles beiseite legen. Handy ausschalten, der Familie oder den Mitbewohnern Bescheid sagen, sie sollen mal nicht stören. Dann nimmt man die Umgebung, die Geräusche wahr, Vögel, Autos, alles. Man lässt die Gedanken zur Ruhe kommen und achtet auf seine Atmung.

Der Atem spielt bei der Mediation eine große Rolle, bei Ihnen bildet er das Zentrum der Kurse.

Der Atem verbindet Geist und Körper. Je tiefer man atmet, desto mehr Energie hat man und desto entspannter ist man. Der Atem ist oft Indikator für unsere Stimmung und Emotionen: Man schnaubt verärgert oder atmet erleichtert aus, wenn man sich aufs Sofa fallen lässt. Wir sagen, wenn sich die Emotion im Atem zeigt, hilft es, den Atem zu verändern, um seine Emotionen zu beeinflussen. Das kann man auch direkt machen. Wenn es einem zu viel wird, hilft es auszuatmen und ein paar Momente den Atem anzuhalten und innezuhalten. Und die Atmung kann man trainieren wie Muskeln. Mit viel Übung atmet man im Alltag automatisch anders.

Nun sitze ich da, atme bewusst, und versuche, Stress außen vor zu lassen. Aber das 20 Minuten durchzuhalten, ist gar nicht so einfach. Nach weniger als einer Minute bin ich ganz woanders.

Mediation ist das Gegenteil von Konzentration. Sie bedeutet alles loszulassen, nicht: keine Gedanken haben. Wenn Gedanken kommen: Genieß die Show! (lacht) Dafür sollte man sich wirklich ein paar Momente am Tag Zeit und Ruhe nehmen. Was die Meditation unterstützt, sind drei Mantren: Ich möchte nichts – in diesem Moment. Ich mache nichts – und muss auch nichts machen. Und: Ich bin niemand. Man nimmt den ganzen Tag ja so viele Rollen ein. Man ist Freund, Boss, Angestellter, Mutter, Bruder, Tochter, Nachbar. Und für diesen Moment ist man einfach mal niemand.

Rabatt auf Kurse

Mit diesem Rabatt erhalten FR-Leserinnen und -Leser eine Ermäßigung von 20 Prozent auf einen Meditationskurs des „Happiness Programms“ von Art of Living in Frankfurt: Der reguläre Preis reduziert sich von 265 auf 212 Euro. Bei der Kursanmeldung muss ein Code im Feld „Rabattcode“ eingegeben werden. Dieser findet sich im E-Paper (für App-Leser kostenfrei) und in der Printausgabe vom 12.8. Der Gutschein gilt bis inklusive 17. Oktober.

„The Art of Living“ bietet Yoga und Meditationskurse in der Saalburgstraße 17 in Frankfurt an.

Die nächsten Termine des „Happiness Programms“ finden jeweils vom 4. bis zum 16. August , vom 21. bis zum 23. und vom 28. bis zum 30. August statt. Weitere Termine im September. Mehr Informationen: www.artofliving.org

Aber eines müssen Sie mir erklären: Wozu soll ich einen Kurs besuchen, wenn es massenhaft kostenlose Videoanleitungen gibt?

Meine Erfahrung ist, unser Geist und die Gedanken und Emotionen sind komplexer als Apps und Videos aufgreifen können. Meditieren kann anfangs wirklich schwierig sein. Das kommt nicht durch die Meditation, sondern liegt an dem, was sie freisetzt. Deshalb ist es gut, einen Lehrer zu haben, der einem hilft, das einzuordnen.

Wie sind Sie persönlich zur Meditation gekommen?

Das war 2003, da habe ich als Drucker im Schichtbetrieb gearbeitet und einen Ausgleich gesucht. Ich habe mir viele Dinge angeguckt und bin auf „Art of Living“ gestoßen. Ich habe auch woanders geschaut, aber dort bin ich geblieben, weil es alles vereint: die Kunst des Lebens. Dort habe ich dann meine Ausbildung gemacht.

Wie muss ich mir eine Ausbildung vorstellen? Drei Lehrjahre mit Abschlussprüfung und Zeugnis?

So nicht direkt. (lacht) Drei Jahre ja, 500 Stunden. Und davor steht die Ausbildung zum Yogalehrer. Und es geht natürlich um viele Fragen: Was ist Meditation? Was passiert in meinem Geist? Kann ich meine Gedanken und Gefühlen kontrollieren, also reagiere oder agiere ich?

Das klingt sehr nach Work-Life-Balance und wenig spirituell …

Das ist für mich ein und dasselbe. Wir sind definitiv nicht esoterisch, aber was ist Spiritualität? Menschliche Werte leben. Und das kann ich nur, wenn ich eine Einheit mit dem eigenen Geist bilde. Wenn ich lächeln kann, auch wenn bei der Arbeit jemand einen blöden Spruch macht. Bei uns geht es um praktisch umsetzbare Tipps. Wer meditiert, kann sein gefühltes Stresslevel auf ein Drittel reduzieren.

Nachdem was Sie sagen, habe ich den Eindruck, Meditation bedeutet, „entspannen lernen“?

Definitiv. Meditation ist entspannen, chillen, relaxen. Für einen Moment im Alltag ganz 100 Prozent abschalten können, das muss man lernen. Nur dann kann man die volle Kraft aus sich herausholen.

Interview: Sophie Vorgrimler

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