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Am Bahnhof Dreieich-Buchschlag soll der Bahnsteig etwas nach Osten versetzt werden. rolf oeser

Verkehr

Positionspapier zur Dreieichbahn in Rhein-Main

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Die Darmstädter Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid empfängt fünf Bürgermeister aus Dieburg, Dreieich, Eppertshausen, Münster und Rödermark.

Es war ein Besuch, der Eindruck machen und Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (Grüne) sensibilisieren sollte: Die Bürgermeister von Dreieich, Rödermark, Münster, Eppertshausen und Dieburg sind am Montag nach Darmstadt gefahren, um vor dem historischen Kollegiengebäude am Luisenplatz, dem Sitz der Regierungspräsidentin, Lindscheid ein zweiseitiges Positionspapier zu den Perspektiven der Dreieichbahn zu überreichen. Unterzeichnet und überreicht wurde das Papier von den beiden parteilosen Rathauschefs Frank Haus aus Dieburg und Martin Burlon aus Dreieich sowie von den Bürgermeistern Carsten Helfmann (CDU) aus Eppertshausen, Gerald Frank (SPD) aus Münster und Roland Kern aus Rödermark (AL/Grüne).

Kern sagte, bei der Fortführung der Dreieichbahn und der künftigen Weiterentwicklung der Regionaltangente West (RTW) gehe es darum, „sich für die Zukunft keine Optionen zu verbauen“. Das Positionspapier sei nach einem mehrtägigen Workshop Ende November entstanden.

Die fünf Bürgermeister setzen sich schon seit einigen Monaten gemeinsam für einen Mittelbahnsteig am Bahnhof in Dreieich-Buchschlag ein. Sie sind sich darüber einig, dass die Züge der geplanten Nord-Süd-Schienenverbindung der RTW in Buchschlag nicht an einem Außenbahnsteig, sondern an einem Mittelbahnsteig halten sollten.

Nur so sei ein schneller und komfortabler Umstieg zur Dreieichbahn Richtung Rödermark und Dieburg möglich. Und nur so verbaue man sich die Zukunft nicht – sprich: die Option auf durchgebundene RTW-Züge in Richtung Dieburg ohne ein erneutes Planfeststellungsverfahren zur Planänderung.

Die RTW Planungsgesellschaft in Frankfurt, die Mitte Dezember die Planfeststellungsunterlagen für den Bauabschnitt Süd 1 dem Regierungspräsidium zur Vollständigkeitsprüfung übergeben hat, möchte jedoch aus Kostengründen auf dem Bahnhofsgelände einen Außenbahnsteig errichten. Nach den Vorstellungen der Planungsgesellschaft sollen die Züge auf einem sogenannten Stumpfgleis an einem Prellbock an der Ostseite des Bahnhofs enden. Ein direkter Umstieg in die Dreieichbahn wäre nicht möglich. Die Fahrgäste müssten 70 Meter durch ein Wäldchen und über eine Treppe gehen, um zum Gleis der Dreieichbahn zu kommen, beziehungsweise 115 Meter, wenn der Weg für sie barrierefrei sein soll.

Die Bürgermeister halten im Sinne einer „zukunftsorientierten Fortentwicklung der Dreieichbahn“ den Bau des Mittelbahnsteigs „als dauerhafte Lösung für kurze und gesicherte Anschlusszeiten sowie optimierte Umsteigewege mit der Dreieichbahn“ für erforderlich. Zudem soll die „längerfristige Perspektive, die RTW auf die Dreieichbahn zu verlängern, möglich bleiben.

Die Rathauschefs fordern auch, „zu prüfen, ob die entstehende zweite Bahnsteigkante in Buchschlag auch für erweiterte Betriebskonzepte der Dreieichbahn erforderlich ist“. Eine spätere Verlängerung der RTW von Buchschlag nach Dieburg wird „ausschließlich als zusätzliche Option“ zum Verkehr der Dreieichbahn als längerfristige Entwicklungsperspektive bei anhaltend hohem Wachstum gesehen.

Die Bürgermeister fordern auch eine Elektrifizierung der Dreieichbahn, einen durchgehenden Halbstundentakt von Dieburg bis Frankfurt mit allen Zügen, einen zweigleisigen Ausbau der Strecke, Bahnsteigverlängerungen an allen Stationen, den Ausbau von Zufahrtsgleisen zum Frankfurter Hauptbahnhof sowie einen „adäquaten Ausbau der Park&Ride-Plätze an den Stationen“.

Dreieichbahn

Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1905 ist die Dreieichbahn zunehmend zum Rückgrat des Öffentlichen Personennahverkehrs im großräumigen Einzugsbereich der Kreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg geworden.

Die nicht elektrifizierte Regionalbahn , die eingleisig verläuft, befördert zwischen Dieburg und Dreieich-Buchschlag - und seit Sommer 2016 umsteigefrei im Stundentakt bis zum Frankfurter Hauptbahnhof - viele Menschen von und zu den Arbeits-, Bildungs- und Freizeitstätten im Ballungsraum.

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