Gericht

Polizist aus Hessen scheitert mit Mobbing-Vorwurf bei der Justiz

  • schließen

Die Justiz sieht keinen Anhaltspunkt für Körperverletzung und lehnt ein Ermittlungsverfahren ab.

Der pensionierte Polizist Hilmar Grözinger ist mit seinem Versuch gescheitert, das Land Hessen wegen Körperverletzung und Untreue zu verklagen. Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft lehnte es ab, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Sie habe keine „zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für eine verfolgbare Straftat“ gesehen, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Oliver Kuhn der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mit.

Grözinger hatte mehr als ein Jahrzehnt im Ausland Dienst getan, so in Afghanistan und bei der Europäischen Union in Brüssel. Er war der erste hessische Polizeibeamte gewesen, der nach Kabul kam, um beim Aufbau der afghanischen Polizei zu helfen. In Brüssel war der Hesse daran beteiligt, das Vorwarnsystem „EU Situation Centre“ mit zu errichten.

Nach seiner Rückkehr nach Hessen 2014 sah sich der Polizist von Vorgesetzten gemobbt und 18 Monate lang „ungerechtfertigt im Krankenstand gehalten“. Dadurch habe er psychische Probleme erlitten, sagt der Polizist und wertet das als Körperverletzung. Zudem enthalte ihm das Land Pensionszahlungen teilweise vor, obwohl das Geld von Brüssel nach Wiesbaden überwiesen worden sei. Das Hessische Innenministerium bestreitet diese Vorwürfe.

Schon eine Schadenersatzklage vor dem Verwaltungsgericht war gescheitert, nachdem eine dort angeregte Mediation keine Einigung gebracht hatte. Im Mai hatte Grözinger dann die Strafanzeige gestellt, die nun abgewiesen wurde. Jetzt läuft noch seine Petition beim Hessischen Landtag.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare