1. Startseite
  2. Rhein-Main

Ermittlungen zu Anschlag in Hanau: Widersprüche und versäumte Vernehmungen

Erstellt:

Von: Gregor Haschnik, Yağmur Ekim Çay

Kommentare

FR-Recherchen zeigen Lücken bei Ermittlungen zum Anschlag in Hanau und weitere Hinweise darauf, dass der Notausgang in der Arena-Bar verschlossen war.

Hanau - „Dann kam er da rein und es gab keinen Fluchtweg, alle Türen waren zu.“ Piter Minnemann spricht diesen Satz am Morgen des 20. Februar 2020 in einer Vernehmung bei der Hanauer Kriminalpolizei aus. Den rassistischen Anschlag in Hanau am Abend zuvor überlebte er knapp, die Kugeln trafen ihn nicht. Zu den Türen, die der damals 18-Jährige meint, gehört der Notausgang in der Arena-Bar am zweiten Tatort.

Notausgänge haben viele Leben gerettet, bei Bränden und auch Schießereien. Doch der Polizist geht nicht auf die Aussage ein, wie aus einem Protokoll hervorgeht, das der FR vorliegt. Er reagiert auch nicht, als Minnemann hinzufügt, er habe noch daran gedacht, das Fenster zu zerschlagen und so zu flüchten. Mit der Fluchttür befassen sich die Ermittlungsbehörden nicht von Amts wegen und erst im Herbst 2020. Überlebende und Opfer-Angehörige erstatten Anzeige. Die Staatsanwaltschaft Hanau stellt das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ein, auch weil sich nicht habe feststellen lassen, ob die Tür an jenem Abend zu war. Die Behörde sieht etwa widersprüchliche Aussagen und keine Belege dafür, dass der Barbetreiber den Notausgang versperrte, damit die Polizei bei Razzien leichtes Spiel hatte.

Anschlag in Hanau: Untersuchungsausschuss tagt am Montag

Der Untersuchungsausschuss des Landtags beschäftigt sich ab Montag (5. September) mit dem Notausgang. Zunächst werden Polizist:innen befragt, die am Tatort waren. Die FR hat Ermittlungsakten ausgewertet, sich die Bar genauer angeschaut und auch mit Zeug:innen gesprochen, die nicht vernommen wurden. Dabei sind Lücken bei Ermittlungen und neue Hinweise zu Tage getreten.

Hanau 23.02.2022
Vor dem Attentat war die Arena-Bar ein Treffpunkt für viele junge Leute im Stadtteil.  © Michael Schick

„Betritt man die Bar durch die Eingangstür, so befinden sich linksseitig vier Automaten, geradeaus gelangt man zu einem Lagerraum von welchem zwei weitere Türen abgehen. Diese zwei Türen (eine davon ist der Notausgang, Anm. d. Red.) waren jedoch bei der Tatortaufnahme verschlossen.“ Das hat Kriminalkommissar Florian Bauer* nach der Tat festgehalten und in seiner Vernehmung im Februar 2021 wiederholt. Er und sein Kollege hätten festgestellt, dass die Türen zu waren. Er untermauerte dies unter anderem damit, dass man die Räume dahinter fotografiert hätte, wenn sich die Tür hätte öffnen lassen. Am Ende habe festgestanden, dass sie zu war. Das Lager hinter dem Tresen habe man ja ebenfalls nicht aufgekriegt und dort keine Bilder gemacht.

Als die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellte, hob sie beispielsweise hervor, dass Bauer später nicht mehr wusste, ob er oder sein Kollege die „Verschlussverhältnisse“ überprüften. Und der Staatsanwalt argumentierte – ohne ein Gutachten darüber in Auftrag gegeben zu haben – damit, dass die Tür bei einer Durchsuchung Ende 2020 geklemmt habe. Sie habe nur mit erheblicher Anstrengung geöffnet werden können. Das bestätigt der früherer Barbetreiber Hasan Cengiz* im Gespräch mit der FR. „Die Tür war an dem Tag zwei, drei Monate lang geschlossen. Es kann sein, dass die geklemmt hat.“

Anschlag in Hanau: Dass die Tür „nur“ klemmte, ist unwahrscheinlich

Beim Ortstermin mit Cengiz Ende vergangener Woche hatten die FR-Reporter:innen die Möglichkeit, die Tür selbst mehrfach auf- und zuzumachen. Es handelt sich um eine recht leichte, metallische Brandschutztür, die sich kaum verformt. Die Bar ist teils verwinkelt, aber von überschaubarer Größe. Wer sie betritt, schaut in Richtung Notausgang, der durch die Brandschutztür gut als solcher zu erkennen ist. Beim ersten Versuch, die Fluchttür zu öffnen, klemmt sie tatsächlich etwas, allerdings nur leicht. Beim zweiten und dritten Versuch geht es ganz einfach. Cengiz zufolge kann die Tür anfänglich klemmen, wenn man sie längere Zeit nicht geöffnet hat, was die Ermittler:innen offensichtlich nicht bedacht haben.

Laut übereinstimmenden Zeugenaussagen, auch von Cengiz, wurde der Notausgang vor dem Anschlag von Mitarbeitenden regelmäßig geöffnet, um den Müll rauszubringen. Dass die Tür also am 19. Februar 2020 und während der Tatortaufnahme klemmte, ist sehr unwahrscheinlich. Auch der Betreiber sagt, dass es unmöglich sei, dass die Tür an dem Tag klemmte. „Wir brachten fast jeden Tag Müll raus.“ Die Kameras in der Bar erfassen den Notausgang nicht. Doch auf Aufnahmen, die die FR ausgewertet hat, ist zu sehen, wie mehrere Gäste kurz vor den Schüssen in Richtung Notausgang gehen und zurückkommen. Um rauszugehen, nehmen sie nicht den kurzen Weg durch die Fluchttür, sondern den langen durch den Eingang und laufen um das Gebäude – offenbar, weil der Notausgang verschlossen ist.

Anschlag in Hanau: Auch Polizistin spricht von versperrtem Notausgang

Florian Bauer ist nicht der einzige Polizist, der von einem versperrten Notausgang spricht, auch eine erfahrene Kollegin tut es, wenn auch mit leichten Zweifeln. Außerdem sagt sie in ihrer Vernehmung, ein Vorgesetzter – der sich später nicht daran erinnerte – habe sie angerufen, weil die Fluchttür nicht versiegelt worden sein soll. Deswegen fuhr sie noch einmal zur Bar.

Zwei Kollegen waren am 19. Februar und 20. Februar 2020 mit ihr dort, wurden allerdings nicht vernommen, ebenso wenig wie etwa 15 weitere Leute, die zur Aufklärung hätten beitragen können, darunter vier Polizisten, die direkt nach dem Anschlag vor Ort waren. Einer von ihnen ermittelte die Zeug:innen. Ein Mann wurde unmittelbar nach dem Anschlag von der Polizei im Keller der Arena-Bar gefunden, aber auch nicht zur Notausgangstür vernommen.

Anschlag in Hanau: Opfer kritisieren Polizei-Befragungen

Said Etris Hashemi – der notoperiert werden musste und dessen Bruder Said Nesar in der Bar ermordet wurde – berichtete einem Beamten des Polizeipräsidiums Südosthessen kurz nach dem Anschlag, dass die jungen Leute in der Bar vom verschlossenen Notausgang gewusst hätten und deshalb hinter einer Säule Schutz suchten. Hashemi erinnert sich gut an seine Angaben – auch weil der Polizist Zweifel geäußert, scheinbar versucht habe, dagegen zu argumentieren: Wahrscheinlich seien sie dorthin gerannt, weil sie ihrem Fluchtinstinkt folgten, weg vom Täter, so der Beamte. Die Aussage des Opfers dazu wird nicht protokolliert. Ibrahim Akkus, der das Attentat in der Bar auch knapp überlebte, beklagt ebenfalls, dass seine Angaben nicht richtig aufgenommen worden seien.

Fragen und Antworten zum Notausgang am zweiten Tatort

Auch zwei Jahre nach den Attentaten ist das Thema Notausgang bei weitem nicht aufgeklärt. Die Frankfurter Rundschau beantwortet einige wichtige Fragen dazu.

Wo befindet sich die Tür?

In der Arena-Bar am Kurt-Schumacher-Platz im Hanauer Stadtteil Kesselstadt, dem zweiten Tatort. Die Bar grenzt an einen Kiosk.

Welche Rolle spielte die Tür während des Anschlags?

Der Attentäter betrat den Kiosk und erschoss dort Gökhan Gültekin, Mercedes Kierpacz und Ferhat Unvar. Dann ging er in die Bar und ermordete Hamza Kurtovic und Said Nesar Hashemi. Mehrere weitere Männer wurden schwer verletzt, Said Nesars Bruder Said Etris lebensgefährlich. Sie rannten nicht zur Fluchttür, sondern suchten Schutz hinter eine Säule an der Theke, weil laut Zeug:innen alle gewusst hätten, dass der Notausgang stets verschlossen gewesen sei. Es habe vermutlich Absprachen zwischen Barbetreiber und Polizei gegeben, damit diese bei Razzien leichter agieren konnte. Die Polizei und der Wirt weisen dies entschieden zurück.

Wann hat die Staatsanwaltschaft Hanau ermittelt?

Nach einer Strafanzeige wegen des Vorwurfs eines bewusst verschlossenen Notausgangs und fahrlässiger Tötung leitete sie im Oktober 2020 Ermittlungen ein. Die Anzeige hatten Angehörige und Überlebende eingereicht.

Wie ging das Verfahren aus?

Die Behörde stellte es im August 2021 ein, unter anderem wegen „widersprüchlicher Zeugenaussagen“. Es sei unklar, ob die Fluchttür am 19. Februar 2020 geschlossen gewesen sei. Einige Zeug:innen hätten angegeben, sie sei stets versperrt gewesen. Andere sagten das Gegenteil aus oder dass die Tür zumindest manchmal aufgeschlossen gewesen sei. Für eine Kooperation zwischen Wirt und Polizei gebe es keine Belege. Zudem sei ungewiss, ob die Opfer ihrem Fluchtinstinkt weg vom Täter folgten oder davon ausgingen, dass die Tür zu gewesen sei.

Wie reagierten die Betroffenen?

Sie legten Beschwerde beim Generalstaatsanwalt ein und kritisierten beispielsweise, dass im Tatortbericht von einer verschlossenen Tür die Rede sei, diese Aussage jedoch so gut wie gar nicht gewürdigt worden sei. Die Argumente, mit denen Zweifel daran gesät worden seien, überzeugten nicht. So hätten Zeug:innen, die dem Betreiber nahestünden, konform angegeben, die Tür sei grundsätzlich offen gewesen. Das widerspreche sogar der Aussage des Chefs: Er habe manchmal zugemacht, da Gäste durch die Tür gegangen seien, um draußen zu rauchen. Zudem nahm die Beschwerde Bezug auf eine Untersuchung der internationalen Recherchegruppe Forensic Architecture (FA).

Was sagt das Gutachten von FA?

Es basiert auf einer Rekonstruktion der Abläufe am Tatort und widerspricht der Staatsanwaltschaft, die angegeben hatte, dass ungefähr nur fünf bis sechs Sekunden für eine gefahrlose Flucht geblieben wären. Laut FA hätten sich mindestens vier, wahrscheinlich fünf Gäste retten können, wenn sie zur Fluchttür gerannt wären und diese offen gewesen wäre, da sie neun Sekunden gehabt hätten, um zu flüchten.

Wie fiel die Prüfung des Ermittlungsverfahrens aus?

Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte die Entscheidung der Staatsanwaltschaft und schloss sich deren Argumentation an. Diese sei sachlich und rechtlich völlig richtig. So war die Tür zum Beispiel zwar laut mehreren Aussagen zumeist oder stets versperrt. Dies habe aber nur einen eingeschränktem Beweiswert, da sich die Angaben nicht auf einen konkreten Tag bezögen.

Zusammengestellt von Gregor Haschnik und Yagmur Ekim Çay

Anschlag in Hanau: „Die Tür war auf und alle wussten es“

Zu den Personen, die nicht vernommen wurden, gehören die als Zeug:innen benannten Onur Aktug* und Erkan Özer*. Sie und andere sollen die Polizei bereits vor dem Anschlag auf Missstände in der Arena-Bar, auch in Zusammenhang mit dem Notausgang, hingewiesen haben. Nicht befragt wurden offenbar auch der Schutzmann vor Ort und der Mann, der die Arena-Bar Anfang 2020 offiziell übernahm. Es heißt, er sei ein Strohmann des Vorbesitzers gewesen. Aktug, der die Bar jahrelang besuchte, erzählt, die Notausgangstür sei immer abgeschlossen worden und jeder, der hinging, habe das gewusst. „Früher waren die Fenster offen, und wenn es Razzien gab, sind einige durchs Fenster. Als die Fenster geschlossen wurden, begannen sie, durch den Notausgang rauszugehen. Danach wurde auch dieser zugesperrt. So war es mehrere Jahre lang.“

Laut Polizei wurden zwischen Februar 2017 und 2020 21 Einsätze in der Bar protokolliert. Die Zeug:innen widersprechen: Die Razzien hätten teilweise mehrmals pro Woche stattgefunden. Als Aktug und einige andere Gäste Polizisten darauf hinwiesen hätten, dass die Tür verschlossen sei, hätten die Beamten nur geantwortet, sie sollten es dem Besitzer sagen. „Und der Besitzer sagte uns, die Polizisten hätten ihn dazu aufgefordert, die Tür zu schließen.“ Aktug hat die Polizei nach eigener Aussage auch darauf aufmerksam gemacht, dass vor dem Anschlag mehrere Leute aus Bulgarien oder Rumänien illegal im Keller der Bar wohnten. Die Polizei habe ihm jedoch nur mitgeteilt, dass dies nicht ihr Bereich sei.

Anschlag in Hanau: „Etwa 16 Zeugen haben zu der Tür ausgesagt“

Ahmet Arslan*, der vernommen wurde, bestätigt dies. Die Arena-Bar sei für ihn und viele andere junge Leute aus Kesselstadt wie ein Wohnzimmer gewesen. Während einer Razzia 2017 habe er mit seinem Freund durch die Notausgangstür flüchten wollen, aber das sei unmöglich gewesen, weil die Tür verschlossen war. Sein Freund sei dort einmal festgenommen worden. „Die Polizei ist an dem Abend zielstrebig reingelaufen. Sie wussten, wohin sie müssen. Es stand keiner hinter der Bar.“ Als ob sie schon gewusst hätten, dass man durch die Notausgangstür nicht rauskomme.

Die „Arena Bar“ in Hanau in Hessen
Die „Arena Bar“ in Hanau in den Stunden nach der Tat. © dpa / Boris Roessler

„Es gab etwa 16 Zeugen, die bei der Polizei zu der Tür ausgesagt haben. Ich kann mir nicht erklären, wie die Staatsanwaltschaft dazu kam, die Ermittlungen aus Mangel an Beweisen einzustellen“, sagt Arslan. Alle, die regelmäßig in der Bar zu Gast waren, könnten bestätigen, dass die Tür verschlossen worden sei. Das sagt auch Erkan Özer, der die Bar wenige Sekunden vor dem Attentat verließ und bislang nicht vernommen wurde. Auf den Überwachungskamera sieht man, wie er kurz vor den Attentaten in Richtung Notausgang geht und wieder zurückkommt. „Wenn die Tür kurz geöffnet war, um Müll rauszubringen, wurde sie danach wieder mit einem Schlüssel zugemacht“, sagt er. Manchmal versuchten sie es trotzdem an der Türklinke, wahrscheinlich auch an jenem Abend, erzählt Özer.

Anschlag in Hanau: Bar-Betreiber weist Vorwürfe über Kooperation zurück

Die mutmaßliche Zusammenarbeit des Betreibers mit der Polizei soll über die Tür hinausgegangen sein, so der Vorwurf. Er soll Videomaterial und Zugangsdaten der Kameras an Beamte weitergegeben haben. Im Gegenzug habe die Polizei bei illegalen Automaten und illegaler Nutzung der Kellerräume zu Wohnzwecken die Augen zugedrückt. Betreiber Cengiz weist die Vorwürfe entschieden zurück. Er habe in keiner Weise mit der Polizei kooperiert und dafür auch keine Gegenleistung erhalten. Er verstehe nicht, wieso man ihn beschuldige, denn er habe hohe Strafen zahlen müssen, wegen der unzulässigen Automaten und Verstößen gegen Corona-Auflagen.

Cengiz bestreitet, dass die Polizei vor dem Terroranschlag Zugang zu den Videoaufnahmen hatte. „Als es einmal eine Schlägerei gab und die Polizei sagte, sie wolle die Aufnahme, haben wir ihnen die Videos gegeben. Das ist ganz normal“, betont er. Auf den Verweis auf das Videomaterial, auf dem zu sehen ist, wie Menschen zur Tür laufen und wieder umdrehen, entgegnet er, das sei eine Lüge. Er wisse nichts davon und könne sich nicht daran erinnern, dass die Tür verschlossen war. Er sei seit mehr als 25 Jahren in diesem Geschäft und wisse, dass eine solche Tür offen bleiben müsse.

Anschlag in Hanau: Betreiber will Arena-Bar verkaufen

Auf den Einwand, dass die Polizei zumindest einmal, 2017, einen verschlossenen Notausgang festgestellt hat, antwortet er, dass es seine Angestellten gewesen seien und die Tür danach nie wieder versperrt worden sei. Doch mehrere Zeugen bestätigen, dass Mitarbeiter:innen die Tür immer abgeschlossen hätten, nachdem sie den Müll herausgebracht hätten. Der Polizei sagten mehrere Beschäftigte, dass die Tür aufgeschlossen gewesen sei. Eine Mitarbeiterin behauptete sogar, dass dies immer so gewesen sei. Doch selbst der Betreiber hat einmal ausgesagt, dass er die Tür mal abgeschlossen habe, weil er nicht gewollt habe, dass Gäste sie nutzen, um zum Rauchen rauszugehen.

Cengiz sagt, er wolle die Arena-Bar, die ihm seit 2016 gehört, nun verkaufen, weil er genug von solchen Fragen habe und es dort sowieso nicht mehr gut laufe. Zu dem Vorwurf, er habe Leute illegal Wohnraum im Keller vermietet meint Cengiz, er habe der von der Polizei aufgefundenen Person nur geholfen, weil sie keinen Platz zum Schlafen hatte.

Anschlag in Hanau: Polizei äußert sich nicht zu den Vorwürfen

Das Polizeipräsidium Südosthessen weist auf FR-Anfrage Vorwürfe zurück. So ergehe durch die Polizei „niemals die Weisung oder Aufforderung, Notausgänge zu verschließen oder auf andere Weise zu versperren“, im Gegenteil. Eine verschlossene Notausgangstür in der Arena-Bar sei bei einer früheren Gaststättenkontrolle im November 2017 festgestellt worden. Die Information habe die Polizei dem zuständigen Ordnungsamt Hanau sowie dem Zollamt Darmstadt übermittelt.

Zu mehreren Fragen, etwa zum Verhalten seiner Beamten in den Vernehmungen oder zu den nicht vernommenen Zeug:innen, äußert sich das Präsidium nicht und verweist darauf, dass die „Auskunftshoheit“ beim Generalbundesanwalt beziehungsweise bei der Staatsanwaltschaft Hanau liege. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits in der Vergangenheit Kritik zurückgewiesen: Im Rahmen der Ermittlungen zum Notausgang, die intensiv geführt worden seien, habe die Behörde etwa zahlreiche Vernehmungen und Durchsuchungen durchgeführt. Doch es gibt weiterhin viele offene Fragen. (Yağmur Ekim Çay, Gregor Haschnik)

*Die Namen wurden geändert.

Auch interessant

Kommentare