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Linke-Fraktionschefin Janine Wissler tritt im Landtag auch mal im Eintracht-Trikot auf.

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Polizeieinsatz bei Eintracht Frankfurt bewegt Landtag

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SPD, FDP und Linke fordern den hessischen Innenminister zur Deeskalation auf.

Innenminister Peter Beuth (CDU) hat sich gegen den Vorwurf verwahrt, er trage zur Eskalation in der Auseinandersetzung zwischen Fußballfans und der Polizei bei. „Auf die Regeln der Rechtsstaatlichkeit hinzuweisen und ihre Einhaltung einzufordern, kann in einer Demokratie niemals eskalierend sein“, sagte Beuth am Donnerstag im Hessischen Landtag.

Vor einer Woche hatten Polizisten im Stadion von Eintracht Frankfurt nach Waffen und Pyrotechnik gesucht, aber nichts gefunden. Sie beschlagnahmten ein Transparent, auf dem Beuth beleidigt wurde. Zwei Menschen sollen bei dem Polizeieinsatz schwer verletzt worden sein. Der SPD-Innenpolitiker Günter Rudolph formulierte, bei der Eintracht laufe es sportlich gut, trotzdem sei sie „arg gebeutelt“ – offenbar ein Scherz mit dem Namen des Ministers.

SPD, FDP und Linke forderten Beuth nun im Landtag dazu auf, „einen aktiven Beitrag zur Deeskalation“ zu leisten. Der Antrag erhielt aber keine Mehrheit, da er von CDU und Grünen abgelehnt wurde.

Beuth nannte es „gut“, dass die Führung des Fußballvereins das Gesprächsangebot des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill angenommen hat. Das Gespräch sei für „Ende nächster Woche fest vereinbart“.

Der CDU-Abgeordnete Alexander Bauer nannte den Polizeieinsatz „notwendig“. Der AfD-Politiker Klaus Herrmann bezeichnete das Handeln der Polizei als „richtig, angemessen und notwendig“. Er forderte die Staatsanwaltschaft zur Prüfung auf, ob Eintracht-Präsident Peter Fischer wegen Aufforderung zu öffentlichen Straftaten verfolgt werden müsse. Fischer hatte gesagt, das Stadion müsse „brennen“, diese Äußerung aber noch vor dem Spiel relativiert.

Vor einem Jahr hatte Fischer sich scharf gegen die AfD gewandt. Linken-Fraktionschefin Janine Wissler griff diese Vorgeschichte auf. Sie sagte: „Im Kampf gegen rechts ist Peter Fischer deutlich konsequenter als Peter Beuth.“

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