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Vorsicht bei Anrufen zu Corona. Es könnte ein Betrüger sein.

Corona

Polizei warnt: Betrüger setzen auf Coronavirus

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Die Polizei beobachtet Betrugsmaschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. In Frankfurt hätten sich Betrüger an der Haustür als Mitarbeiter des Gesundheitsamts ausgegeben.

Betrüger versuchen derzeit, aus den Corona-Ängsten der Mitmenschen Profit zu schlagen. Mehrere Polizeipräsidien in Hessen, das Hessische Landeskriminalamt (LKA) und auch das Bundeskriminalamt (BKA) warnen aktuell vor den neuen Betrugsmaschen. So berichtet die Frankfurter Polizei von Betrügern, die sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamts ausgeben und vermeintliche Corona-Tests an der Haustür anbieten, um in die Wohnungen ihrer Opfer zu gelangen. Andere Betrüger gaben vor, den Bestand an Desinfektionsmitteln in der Wohnung überprüfen zu müssen.

Desinfektionsmittel stehen laut Frankfurter Polizei derzeit ohnehin hoch im Kurs. So erbeuteten Einbrecher in einem Restaurant in der Ottostraße im Gallus neben Bargeld auch etwa 20 Flaschen Desinfektionsmittel und mehrere Packungen Mundschutz. „Für Diebe scheinen nun Dinge von Interesse zu sein, die vor zwei Wochen noch keine Beachtung fanden“, so die Frankfurter Polizei.

Auch im Kreis Groß-Gerau versuchen Betrüger die Corona-Ängste zu ihrem Vorteil zu nutzen. In Mörfelden-Walldorf bekamen zwei Seniorinnen schon in der vergangenen Woche Anrufe von Betrügern, die sich als Verwandte ausgaben und behaupteten, sich mit dem Virus infiziert zu haben und jetzt dringend Geld für ein teures Gegenmittel aus den USA zu benötigen. In Klein-Gerau und Worfelden riefen Gauner ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger an und boten zunächst an, für sie einkaufen gehen zu wollen. Im weiteren Verlauf der Gespräche gaben sie dann aber vor, viel Geld verloren zu haben und jetzt mehrere Tausend Euro zu benötigen. In allen Fällen scheiterten die Täter zum Glück am Misstrauen der Opfer, wie das Polizeipräsidium Südhessen mitteilte.

Modifizierter Enkeltrick

Das LKA warnt, dass viele Betrüger den klassischen Enkeltrickbetrug derzeit mit dem Coronavirus modifizierten. In einem Fall habe ein Mann bei einer 89-Jährigen angerufen, sich als „Enkel Sven“ ausgegeben und mit kratziger Stimme mitgeteilt, er habe sich mit dem Coronavirus infiziert, liege nun im Krankenhaus und benötige für die Behandlungskosten 18 000 Euro. Die Seniorin durchschaute den Anrufer jedoch und legte auf. Das LKA befürchtet, dass mit weiteren Abwandlungen des Enkeltricks gerechnet werden müsse. „Der Fantasie sind leider keine Grenzen gesetzt“, so ein LKA-Sprecherin. Bislang liege die Zahl der in Hessen bekanntgewordenen Fälle noch im einstelligen Bereich. Doch das LKA rechnet mit einem weiteren Anstieg der Fälle.

Die Kriminellen versuchen aber nicht nur, sich die Ängste der Menschen um das Coronavirus zunutze zu machen, sondern auch das gestiegene Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit. So warnt das BKA auf seinem Twitter-Kanal vor Kriminellen, die in sogenannten Phishing-Mails mit vermeintlichen Grafiken zur Verbreitung des Coronavirus in Echtzeit locken. Wenn die in der E-Mail enthaltene Karte angeklickt wird, liest im Hintergrund eine Schadstoffsoftware Passwörter und Zugangsdaten auf dem Computer des Opfers aus. Das BKA rät, bei der Suche nach Informationen nur auf gesicherte Quellen wie etwa der Homepage des Robert Koch-Instituts zurückzugreifen.

Vor dem Hintergrund der neuen Betrugsmaschen modifiziert die Polizei auch ihre Warnungen: Von offizieller Seite werden keine Corona-Tests an der Haustür angeboten. Das Gesundheitsamt komme auch nicht nach Hause und überprüfe die Bestände an Desinfektionsmitteln. Mitbürgerinnen und Mitbürger, die betrügerische Anrufe oder Hausbesuche erhalten, rät die Polizei, dies sofort unter der Notrufnummer 110 zu melden. Nur so habe die Polizei die Möglichkeit, schnell wichtige Hinweise zur Festnahme der Täter zu erhalten. Die Frankfurter Polizei weist in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass die Nummer 110 nur Notfällen vorbehalten ist und nicht dazu dient, Fragen zu geltenden Regelungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu stellen.

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