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Bezahlbarer Wohnraum ist rar.

Kulturzentrum Metzgerstraße Hanau

„Rassisten auf den Mars“

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Das Kulturzentrum Metzgerstraße in Hanau ruft zu einer Kundgebung auf. Verfolgt werden zwei Ziele: "Rassisten auf den Mars" und "Für bezahlbaren Wohnraum für alle". Viele Teilnehmer werden erwartet.

Gleich zwei Mottos hat die Kundgebung auf dem Hanauer Marktplatz, zu der das autonome Kulturzentrum Metzgerstraße für den heutigen Samstagnachmittag (16 bis 18 Uhr) aufruft: „Rassisten auf den Mars“ und „Für bezahlbaren Wohnraum für alle“. Letzteres knüpft an die zeitgleich stattfindende Großdemonstration gegen Mietenwahnsinn in Frankfurt an. Ersteres richtet sich gegen die „Demo gegen den globalen Pakt zur Migration“, die eine Gruppierung „Wir schaffen das 2.0“ auf dem Marktplatz in Hanau angemeldet hat und für das zahlreiche rechte und rechtsextreme Akteure im Netz werben. „Wir werden nicht akzeptieren, dass sie in Hanau ungestört ihre verqueren rechten Parolen und ihre rassistische Hetze verbreiten“, heißt es im Aufruf des Kulturzentrums.

Es ist mit vielen Teilnehmern zu rechnen. Eine Reihe von Gruppen hat bereits angekündigt, sich an den Protesten gegen „Wir schaffen das 2.0“ zu beteiligen, darunter Gewerkschaften, Grüne Jugend und Flüchtlingshilfe.

Die Stadt hat beide Veranstaltungen mit Auflagen genehmigt, beispielsweise müssen die Veranstalter pro 25 Teilnehmer einen Ordner stellen. Die Polizei hatte mitgeteilt, sie sei vorbereitet, machte aber etwa zur Zahl der Einsatzkräfte aus taktischen Gründen keine Angaben.

„Wir schaffen das 2.0“ ist in Hanau und Umgebung bislang nicht mit öffentlichen Veranstaltungen in Erscheinung getreten und sieht sich selbst nicht als rechtsextrem, sondern als dem Aufdecken von Missständen verpflichtete, überparteiliche Organisation. In Bezug auf den Migrationspakt der Uno, der im Dezember unterschrieben werden soll, zeichnet sie wie die rechtsextreme Identitäre Bewegung Verschwörungstheorien über einen angeblichen „Bevölkerungsaustausch“. Ihre Unterstützer haben zum Beispiel bereits in Kandel versucht, die Tötung von Mia V. für Hetze gegen Geflüchtete und Migranten zu instrumentalisieren. An der Mobilisierung für die Demo in Hanau wirken viele Pegida-Aktivisten und NPD-Funktionäre mit.

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