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Die Polizei kontrolliert derzeit verstärkt Autofahrer, die am Steuer ihr Smartphone verwenden (Symbolfoto).

Kontrollen in Frankfurt

Einsatz gegen Handysünder in Frankfurt

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Die Frankfurter Polizei fahndet nach Autofahrern, die während der Fahrt zum Mobiltelefon greifen.

Finger weg vom Handy – die Frankfurter Polizei hat am Donnerstag mit umfangreichen Kontrollen begonnen, um Autofahrer ausfindig zu machen, die während der Fahrt zum Mobiltelefon greifen. Noch bis Samstag soll es in der ganzen Stand derartige Einsätze geben.

Am Donnerstagvormittag standen die Beamten mit zahlreichen Fahrzeugen auf der Hügelstraße und der Eschersheimer Landstraße. Einige Meter weiter vorne hatten sich Zivilpolizisten postiert und dokumentiert, wenn Autofahrer während der Fahrt zum Handy griffen. Wer erwischt wurde, musste an der Kontrollstelle anhalten und die Papiere vorzeigen. Die Betroffenen erwartet nun ein Bußgeldverfahren, das teuer werden kann (siehe Infokasten). Wie viele Fahrer am Donnerstag erwischt wurden, gab die Polizei nicht bekannt. Nach dem Wochenende wollen die Beamten eine Bilanz der gesamten Einsätze vorlegen.

Unfallursache Nr. 1: Ablenkung

Bei ähnlichen Kontrollen in München war vor einigen Monaten herausgekommen, dass knapp sieben Prozent aller Autofahrer während des Fahrens das Handy bedienen. Als Unfallursache Nummer eins gilt mittlerweile nicht mehr Alkohol, sondern Ablenkungen aller Art. Darunter fällt eben auch die Nutzung des Handys.

Viele Autofahrer unterschätzen die Gefahren, die mit dem Gebrauch von Mobiltelefonen am Steuer verbunden sind, sagte Polizeisprecherin Chantal Emch im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Wer etwa eine Sekunde aufs Handy schaue und nicht auf die Straße, fahre in der Stadt bis zu 14 Meter quasi blind. Prinzipiell gelte: „Wenn ich mit dem Auto fahre, dann fahre ich eben Auto und muss mich darauf voll konzentrieren“, sagte Emch.

Offenbar gehen allerdings viele Autofahrer davon aus, dass nur das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung verboten ist. Dem ist mitnichten so. Wer das Handy in die Hand nimmt, begeht schon eine Ordnungswidrigkeit. Das gilt etwa auch dann, wenn das Gerät als Navigationssystem genutzt wird und der Fahrer das Ziel der Tour eingeben will.

„Es ist auch schon verboten, schnell mal eine Whatsapp mit einem Smiley zu beantworten“, sagte Chantal Emch. Dabei spiele es auch keine Rolle, ob der Wagen gerade fährt, im Stau oder an einer roten Ampel steht. Solange der Motor läuft, sei die Benutzung des Gerätes untersagt – wobei auch eine sogenannte Start-Stop-Automatik, bei der sich der Motor etwa an Ampeln selbstständig ausschaltet, nicht die Erlaubnis zur Handynutzung beinhalte. Denn der Autofahrer nehme ja weiterhin am Verkehr teil.

Somit gibt es nur eine regelkonforme Möglichkeit, wenn man das Telefon im Auto in die Hand nehmen möchte: rechts ranfahren und den Motor ausschalten. Anders hingegen sieht es bei Geräten mit Freisprecheinrichtung aus. Eine Nutzung ausschließlich über Sprachsteuerung ist nicht verboten.

Oft sei es problematisch, den Nachweis zu führen, dass ein Autofahrer vor einem Unfall mit dem Handy hantierte, sagte Emch. Da in diesem Fall der Versicherungsschutz entfällt und zudem der Verlust des Führerscheins droht, „gibt das natürlich kaum jemand zu“. Insofern sei die Polizei auf die Aussagen von Zeugen angewiesen.

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