+
Veranstaltung zum Equal Pay Day auf dem Römerberg.

Equal Pay Day

Politikerinnen in Hessen: Benachteiligung von Frauen „nicht tragbar“

  • schließen

Parteien beklagen am „Equal Pay Day“ schlechte Bezahlung. SPD in Hessen sieht Regierung in der Pflicht.

Die niedrige Entlohnung von Frauen ist nach Auffassung der CDU-Frauenpolitikerin Claudia Ravensburg „nicht tragbar“. Die Christdemokratin forderte am Montag ebenso wie ihre Landtagskolleginnen von Grünen, SPD, FDP und Linken Schritte gegen die Lohnungleichheit.

Die SPD sieht dabei die schwarz-grüne Landesregierung in der Pflicht. „Wir brauchen endlich mehr weibliches Führungspersonal – die obersten hessischen Landesbehörden sollten hier als gutes und nicht als schlechtes Beispiel vorangehen“, sagte die frauenpolitische Sprecherin der SPD, Lisa Gnadl. Sie erinnerte daran, dass lediglich zehn der 61 Abteilungen der obersten Hessischen Landesbehörden von Frauen geleitet würden.

Die Fraktionen äußerten sich aus Anlass des „Equal Pay Days“ am heutigen Dienstag, der auf die Lohnunterschiede aufmerksam machen soll. Nach Angaben der Bundesregierung beträgt die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland 21 Prozent und damit einen Punkt weniger als im Vorjahr. Wenn die Vergütung bei gleicher Ausbildung und gleicher Stellung miteinander verglichen wird, erhalten Frauen immer noch sechs Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen.

CDU-Frau Ravensburg forderte Männer dazu auf, in ihren Familien „mehr Verantwortung“ zu übernehmen. „Nur so können wir unser gemeinsames Ziel erreichen“, stellte sie fest.

SPD-Politikerin Gnadl sagte: „Wir brauchen Kinderbetreuung, die Familien so unterstützt, dass beide Eltern Vollzeit arbeiten gehen können.“ Außerdem müsse man „den Klischees in den Köpfen der Arbeitgeber mit klaren Vorgaben entgegentreten, um Frauen endlich vor Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt zu schützen“. Auch die FDP-Abgeordnete Wiebke Knell forderte „umfassende Betreuungsangebote, damit Familie und Beruf vereinbar sind“.

Die Grüne Silvia Brünnel schlug vor, das Gehalt zum Thema zu machen, anstatt es zum Tabu zu erklären. Dann könne das bundesweite Entgelttransparenzgesetz wirken. Es eröffnet das Recht, vom Arbeitgeber Informationen über das eigene Gehalt im Vergleich zu dem von Kolleginnen und Kollegen zu bekommen.

Die Linke Christiane Böhm wies darauf hin, dass Frauen wichtige Berufe ausübten und trotzdem schlecht bezahlt würden. Angesichts der Corona-Krise werde deutlich, dass überwiegend Frauen in der Pflege, der medizinischen Versorgung und im Einzelhandel tätig seien. Das bringe „auch hohe Risiken für die eigene Gesundheit“ mit sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare