1. Startseite
  2. Rhein-Main

Politik spart sich das Büfett

Erstellt:

Kommentare

Parlament verzichtet auf Jahresabschluss

BAD HOMBURG - Es ist auf den ersten Blick nur eine kleine Entscheidung und kaum eine Meldung wert: Der Haupt- und Bürgerbeteiligungsausschuss hat sich dafür ausgesprochen, auf das traditionelle Büfett am Ende der letzten Stadtverordnetenversammlung des Jahres zu verzichten.

Es hatte vor der Corona-Pandemie Tradition, dass langjährige ehrenamtliche Lokalpolitiker für ihr Engagement geehrt werden. Im Anschluss daran gab es stets ein Essen. Keine große Sause, aber eben einen schönen Jahresausklang für diejenigen, die sich das Jahr über die Zeit nehmen, um die Stadt politisch zu gestalten. Zu der Feier waren auch die Partner eingeladen. Nach der Corona-Pause hätte der Jahresabschluss nun wieder in gewohnter Weise gefeiert werden können, aber um die städtischen Finanzen steht es nicht gut. Und so werden derzeit nicht nur die großen Posten, sondern auch die kleinen Beträge geprüft, die die Politik selbst in der Hand hat. Zur Debatte stand, die Partner in diesem Jahr nicht einzuladen. „Wir wollen den Rahmen klein halten“, sagte CDU-Fraktionschef Dr. Clemens Wolf. Denn was wäre das?, fragt er: „Erst machen wir große Feste und ein paar Wochen später müssen wir die größte Haushaltskonsolidierung stemmen, die wir je hatten?“

Und auch Jürgen Stamm (SPD) bekannte: „Ein großes Büfett käme da nicht gut an.“ Rund 110 Personen wären zu verköstigen, wären auch die Partner eingeladen 220. Ein weiterer Vorschlag, der schon vor der Sitzung im Raum stand: Statt alle Ortsbeiratsmitglieder sollten stellvertretend nur die Ortsvorsteher kommen. Für die Vorsteherin Ober-Eschbachs, Yvonne Velten (CDU), kein gutes Signal, immerhin arbeiten die Ortsbeiratsmitglieder auch engagiert mit: „Dann sollte man als Sparmaßnahme lieber ganz darauf verzichten.“ Somit steht fest: Bei der letzten Versammlung am 15. Dezember gehen die Ehrungen über die Bühne, das anschließende Beisammensein fällt aus. Bei der Diskussion kamen zwei Zahlen auf den Tisch, denen nicht widersprochen wurde. So hätte die „große“ Feier wohl 12 000 Euro gekostet, die abgespeckte Version schlägt nun mit 4000 Euro zu Buche. Dass über eine solche Summe so intensiv diskutiert wurde, kann ein Hinweis darauf sein, was die Haushaltsberatungen bringen könnten.

Auch interessant

Kommentare