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Jutta Strothoff, die Witwe des Verstorbenen, und Vorstandsvorsitzender Werner Heilos (rechts) enthüllten den Adress-Stein gemeinsam. Bürgermeister Martin Burlon (links) packte mit an. Foto: Monika Müller
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Jutta Strothoff, die Witwe des Verstorbenen, und Vorstandsvorsitzender Werner Heilos (rechts) enthüllten den Adress-Stein gemeinsam. Bürgermeister Martin Burlon (links) packte mit an.

Dreieich

Platz würdigt Lebensleistung des Dreieicher Unternehmers Hans Strothoff

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Schon 2009 wollte Hans Strothoff, der Gründer der MHK Group, eine eigene Straße in Dreieich. Jetzt ist posthum ein Platz nach ihm benannt worden.

Es ist eine Mischung zwischen einem Gedenkstein und einem Straßenschild, was am Mittwoch am Ortseingang von Dreieich enthüllt wurde: Das Areal, auf dem die architektonisch spektakuläre Europazentrale der MHK-Group gebaut wurde, heißt nun offiziell Hans-Strothoff-Platz. Der Unternehmer Strothoff hat damit posthum für seine Verdienste um den Wirtschafts-, Kultur- und Bildungsstandort Dreieich die Würdigung erfahren, die ihm zu Lebzeiten verwehrt blieb.

Strothoff selbst war es, der schon 2009 vorschlug, eine Straße nach ihm zu benennen. Damals war seine MHK Group – eine europaweite Küchen- und Möbelkooperation – noch an der Straße „Im Gefierth“ in Dreieich ansässig. Die Stadtverordneten taten sich seinerzeit schwer mit der Umbenennung, sechs Vertreter der Grünen und vier Sozialdemokraten stimmten dagegen. Trotzdem fand die Adresse „Hans-Strothoff-Straße“ eine Mehrheit im Parlament – obwohl Straßen üblicherweise erst nach dem Tod einer Persönlichkeit nach ihr benannt werden.

Schon vorher hatte es Bedenken einiger Firmen an der Straße „Im Gefierth“ gegeben, weil sie mit der Umbenennung alle Geschäftsunterlagen ändern mussten. 2011 lag Strothoff mit dem Kreis Offenbach im Clinch: Er stritt um die Zahlung von drei Millionen Euro für Sonderausstattungen der Internationalen Schule – einer renommierten Dreieicher Privatschule, die er 2009 selbst ins Leben gerufen hatte, weil er Bildung für ein äußerst wichtiges Gut hielt.

Die Strothoff-Straße ließ deshalb auf sich warten. Dann beschloss der Unternehmer, einen neuen Firmensitz zu bauen. Die Grundstücksverhandlungen liefen bis zur Grundsteinlegung 2016 äußerst zäh – und letzten Endes wurde der Parlamentsbeschluss von 2009 nie ausgeführt. „Ich hatte schon die Straßenschilder anfertigen lassen, die standen bei mir im Büro“, blickte Ex-Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) am Mittwoch zurück. Am 11. August 2020 starb der Unternehmer im Alter von 69 Jahren und hatte seinen Namen „nur“ in der Strothoff International School verewigt. Im Juni dieses Jahres beschloss das Stadtparlament – diesmal einstimmig –, das Lebenswerk des Dreieicher Mäzens posthum mit der Adresse Hans-Strothoff-Platz zu würdigen.

Der in Bremen geborene Unternehmer, dem Aufsichtratsvorsitzender Rainer Kirchdörfer beim Festakt am Mittwoch eine „außergewöhnlich charismatische Persönlichkeit“ attestierte, legte großes bürgerschaftliches Engagement an den Tag. Strothoff widerstand der Versuchung, seine Firma in eine Großstadt zu verlegen. Er unterstützte immer wieder örtliche Vereine, gründete 2014 den „Verein Zukunft Dreieich“ und präsentierte 2015 einen Masterplan für die Stadt.

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