Weil ein Pilot trotz Nachtflugverbot und fehlender Genehmigung in Frankfurt gelandet ist, muss er eine Strafe zahlen. (Symbolbild)
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Weil ein Pilot trotz Nachtflugverbot und fehlender Genehmigung in Frankfurt gelandet ist, muss er eine Strafe zahlen. (Symbolbild)

Nachtflugverbot in Frankfurt ignoriert

Pilot muss Strafe zahlen

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Ein Airbus von Ethiad Airways landet in der Nacht auf dem Frankfurter Flughafen - obwohl der Pilot zuvor mit Hinweis auf das Nachtflugverbot abgewiesen worden war. Gegen den Mann wird nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Er kam, erhielt keine Genehmigung – und landete trotzdem mitten in der Nacht auf dem Frankfurter Flughafen: Die hessische Luftaufsicht hat jetzt ein Ordnungswidrigkeitverfahren gegen den Piloten der arabischen Fluggesellschaft Etihad Airways eingeleitet, teilte das Verkehrsministerium am Montag auf Anfrage mit. Der Mann hatte am Sonntag um 0.25 Uhr am Steuer einer A 331 gegen das Nachtflugverbot verstoßen, das um 23 Uhr beginnt. Noch in der Nacht vernahm ihn die Luftaufsicht.

Außerdem soll der Mann gelogen haben. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) hatte er behauptet, das Kerosin sei knapp. Doch das stimmte nicht. „Er hatte zumindest so viel im Tank, dass er zurück nach Köln hätte fliegen können“, stellt Ministeriumssprecher Marco Kreuter klar. Dem Piloten drohe nun ein Bußgeld. „Vertreter von Etihad Airways wurden einbestellt.“ Die Fluggesellschaft mit Sitz in den Arabischen Emiraten war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die A 331 aus Abu Dhabi gehörte zu einer von insgesamt 27 Maschinen, die wegen des Wintereinbruchs am Samstag auf die Flughäfen Stuttgart, Köln oder Leipzig ausweichen mussten. Ursprünglich sollte sie um 13.30 Uhr Frankfurt erreichen. Stattdessen landete der rund 250 Passagiere fassende Jet auf dem Flughafen Köln/Bonn. „Dort wurde er betankt und kam erst spät nachts los“, sagte Kreuter. „Offenkundig“ habe der Pilot über Frankfurt noch eine „kleine Schleife gedreht“, bevor er um 0.25 Uhr gelandet sei.

Und das, obwohl die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen dem Piloten ausdrücklich auf sein ordnungswidriges Verhalten hingewiesen hatte. „Wir haben ihn informiert, dass keine Ausnahmegenehmigung vorliegt“, sagt Kristina Kelek, Pressesprecherin bei der DFS. Den Kollegen im Tower sei es aber auch nicht möglich gewesen, dem Flugzeug die Landung zu verwehren. „Wir sind für die Sicherheit im Luftraum verantwortlich.“ Und wenn es heißt, das Kerosin geht zu Neige, dann bleibe der DFS nichts anderes übrig, als der Maschine eine Landebahn zuzuweisen.

Etihad Airways hatte am Wochenende nicht nur mit ihrer illegalen Landung in Frankfurt für ungewolltes Aufsehen gesorgt. Mit mehr als 30 Stunden Verspätung war Sonntagnachmittag ein Flugzeug derselben Airline in Düsseldorf gelandet. Zunächst, berichteten Passagiere, hätten sie in Abu Dhabi 13 Stunden in der Maschine aushalten müssen, weil sie wegen dichten Nebels am Persischen Golf nicht abheben konnten. Dann hatte es noch eine Zwischenlandung in Wien gegeben, weil ein 73 Jahre alter Mitreisender an Bord gestorben war.

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