Neupflanzungen brauchen Wasser. Sonst bleiben die Brachen im Wald.
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Neupflanzungen brauchen Wasser. Sonst bleiben die Brachen im Wald.

Wald

Pflegepauschale für Buche und Co

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Hessens Waldbesitzer fordern jährliche Zuschüsse. Denn sie halten den Forst für Jogger und Spaziergänger sicher.

Die Holzpreise sind im Keller, Ausfälle durch Trockenheit, Stürme und Käferbefall so hoch, dass sich Forstwirtschaft zunehmend weniger rechnet. Und dann auch noch Corona.

Das Problem betrifft nicht allein die Waldbesitzer, die ihre Verkehrssicherungspflicht kaum mehr erfüllen können. Ihr Lösungsvorschlag: Eine jährliche Zahlung von 200 Euro pro Hektar und Jahr als Ausgleich für die Leistung, von der alle profitieren. Denn der Wald ist nicht nur Holzlieferant. Er ist Betätigungsfeld für Wanderer, Jogger, Radler, denen kein Ast auf den Kopf fallen soll. Liefert Wasser, verbessert das Klima. Mit dieser Forderung hat sich der hessische Waldbesitzerverband am Montag an die Politik gewandt.

Hessenwald

In Hessensind 42 Prozent der Landesfläche bewaldet. 39 Prozent gehören dem Land, 1 Prozent dem Bund, 36 Prozent den Kommunen und Landkreise, 25 Prozent sind Privatbesitz.

Laubbäumestehen auf 59 Prozent der Flächen. Mit 31 Prozent ist die Buche die vorherrschende Baumart. Gefolgt von Fichte (22 Prozent), Eiche (14) und Kiefer (10). 

Die jüngsten Regengüsse könnten längst nicht ausgleichen, was die vergangenen beiden Dürrejahre und Stürme angerichtet haben, sagte Präsident Michael Freiherr von der Tann. Die Kosten fürs Schlagen und Räumen seien oft höher als der Ertrag. Neupflanzungen und Naturverjüngung drohten zu vertrocknen. „Wenn das dieses Jahr wieder so wird, kann kein Betrieb das mehr steuern.“

Das Thema ist nicht neu. Bund wie Land haben in der Vergangenheit bereits mehrere Fördertöpfe bereitgestellt, um den Waldbesitzern zu helfen. Doch all das reicht nach Angaben des Verbands nicht aus, um den nachfolgenden Generationen einen Forst zu hinterlassen, der die vielseitigen Aufgaben erfüllt, sagte Roland Seel, Bürgermeister von Grävenwiesbach im Taunus. Jahrzehnte würden vergehen, bis sich zeige, welche Baumarten dem Klimawandel Paroli bieten könnten – zum Beispiel Douglasie oder Küstentanne. Der 2000 Hektar große Grävenwiesbacher Kommunalwald etwa bestehe aus 17 Prozent Fichten. „Davon sind alle krank.“ Nun gehe es weiter mit Buchen und Eichen, die an den Spitzen austrockneten. „Die sind nicht verwertbar.“

Wo viel Holz ist, sind die Preise im Keller. Und China als wichtigster Exportmarkt für Fichte fiel wegen der Corona-Pandemie monatelang aus. Erst langsam laufe das Geschäft wieder an, so Verband. Allerdings seien die Transportkosten stark gestiegen, dass es sich kaum mehr rechne.

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