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PfiffigeGeschäftsidee

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Von: Jutta Rippegather

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Weil der Gesetzgeber mit dem neuen Infektionsschutzgesetz versagt, müssen sich die Unternehmen neue Anreize ausdenken, damit die Kundschaft solidarisch bleibt.

Der Neffe hat Corona, die Nachbarin, der Kollege, die Freundin. Nahezu täglich erreichen uns Nachrichten über den nächsten Fall im nahen Umfeld. Omikron rast durch die Bevölkerung. Schon jetzt, wo vielerorts noch Maskenpflicht herrscht, Ungeimpfte mit Einschränkungen konfrontiert sind.

Mehr als 18 000 weitere Corona-Infektionen binnen einem Tag in Hessen, 19 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Was für schwindelerregende Zahlen! Wie rasant wird sich das Virus erst ausbreiten, wenn von Samstag an das neue Infektionsschutzgesetz in Kraft tritt, das seinen Namen nicht verdient? Das Ende der meisten Schutzvorkehrungen ist schlicht und einfach fahrlässig.

Ein Ritt auf der Rasierklinge. Weniger riskant für die jungen Gesunden, die eine Infektion meist locker wegstecken. Wobei auch sie nicht alle von schweren Verläufen und Long Covid verschont bleiben. Viel härter treffen die Neuerungen jene, für die aus Gründen der Gesundheit oder des Alters eine Infektion mit Covid eine Lebensgefahr darstellt. Sie werden zwar weiter Maske tragen, aber wenn sie es alleine tun, sind sie weniger geschützt.

Die Alten und Kranken sind von Samstag an auf die Solidarität der Mitmenschen angewiesen. Und auf deren Vernunft. Die Erfahrung mit der Pandemie hat uns gelehrt, dass es mit beidem nicht weit bestellt ist. Leider. Es ist zu erwarten, dass im Supermarkt oder beim Eintritt ins Restaurant künftig immer seltener Mund und Nase bedeckt sein werden. Der Einkauf von Brot oder Milch wird zum gesundheitlichen Risiko.

Der Grund dafür ist die Berliner Ampel. Während der SPD-Gesundheitsminister die Länder drängt, sich zum Hotspot zu erklären, warnt der FDP-Justizminister explizit davor. Was für ein Durcheinander. Was für eine miese Performance. Verständlich, dass die Hessische Landesregierung es bei dieser Rechtsunsicherheit nicht wagt, mehr als den Basisschutz zu verordnen. Wider die eigene Überzeugung.

Was bleibt als Ausweg? Gefragt sind jetzt pfiffige Geschäftsideen. Das könnte der Lebensmittelladen mit Extra-Öffnungzeiten für Maskentragende sein. Oder das Sportstudio, in dem zu festen Zeiten einzig Geimpfte oder Genesene trainieren dürfen. Beide Angebote könnten sich zu Rennern entwickeln. Werbewirksam wären sie allemal.

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