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Die Pferde haben jetzt mehr Auslauf an der frischen Luft. Das macht hungrig.

Dillenburg

Die Pferde sind ausgeglichener

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Vom Umbau des Landgestüts Dillenburg profitieren Mensch und Tier. Er ist so gut wie fertig.

Am Landgestüt Dillenburg sind die Bauarbeiten für eine artgerechte Haltung so gut wie abgeschlossen. „Die Nutzung aller Platzreserven und ein geschicktes Management ermöglicht nun die Sicherstellung des Tierwohls in der historischen Gestütsanlage“, teilt der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen mit. Das Konzept sei beispielhaft: „Umfangreiche Baulösungen, auch im Stallinnenraum, sollen zukünftig Möglichkeiten aufzeigen, wie in strukturell benachteiligten Anlagen eine tiergerechte Unterbringung von Pferden möglich ist.“

Das Dillenburger Gestüt entstand 1869 bei der Zusammenlegung der Landgestüte Weilburg, Kassel und Korbach. Es ist Hessens einziges Landgestüt und befindet sich im Lahn-Dill-Kreis. Gezüchtet wurden dort zuletzt Hannoveraner, die Rasse Hessisches Warmblut ist schon lange aufgegeben. Die Reit- und Fahrschule ist für die überbetriebliche Ausbildung von Pferdewirten zuständig, auch für Rheinland-Pfalz und das Saarland. jur

Damit ist ein Prozess abgeschlossen, der vor knapp zwei Jahren mit einem Paukenschlag begann. Im Juni 2017 hatte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) das Aus für die Ställe im Zentrum der mittelhessischen Stadt verkündet. Die Tiere bekämen zu wenig Auslauf und die Bereitstellung der Zuchthengste sei keine staatliche Aufgabe mehr. Es hagelte Proteste von Pferdefreunden und Lokalpolitikern. Es gab aber auch Lob von Tierschützern. Am Ende stand ein Kompromiss: Die sieben Hengste sind inzwischen verkauft. Die 32 Pferde für den Schulbetrieb – vom Reitpony bis zum Deutschen Warmblut – bekommen mehr Auslauf. Die 1869 als Preußisches Hessen-Nassauisches Landgestüt gegründet Einrichtung ist gerettet.

Der Bau des mehr als 1000 Quadratmeter großen Auslaufs ist den Angaben zufolge fast abgeschlossen. Er bietet bis zu zehn Pferden die Möglichkeit, sich zu bewegen. Hinzu kommt eine 230 Quadratmeter große Auslauffläche für bis zu vier 4 Pferde, die bereits seit einem Jahr genutzt wird. Erarbeitet haben dieses Konzept eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Hessischen Umweltministeriums, der Stadt Dillenburg, dem Kreisveterinäramt, den zuständigen Landesbetrieben und der Landestierschutzbeauftragten.

Sie handelten unter der Prämisse, das Wohl der Tiere zu verbessern und ihren Bewegungsdrang stärker zu berücksichtigen, teilt der Landesbetrieb mit. „Pferde leben in sozialen Herdenverbänden und benötigen eine Menge Platz, um sich in der Obhut des Menschen wohlzufühlen.“ In der Wildnis seien die Tiere bis zu 16 Stunden am Tag mit Nahrungsaufnahme beschäftigt. „Dabei legen sie oft große Strecken im langsamen, stetigen Schritt zurück.“ Das Landgestüt könne mit den neu geschaffenen Ausläufen dem freien Bewegungsverhalten der Pferde nunmehr mehrere Stunden pro Tag Rechnung tragen. Ein Teil der Tiere können sogar im Sommer mehrere Woche auf einer Weide eines Partnerbetriebs verbringen. Eine Verbesserung, die sich positiv auf das Unterrichtsklima in der Reit- und Fahrschule auswirke: „Die dadurch erreichte Ausgeglichenheit der Dillenburger Lehrpferde wird insbesondere von den Seminarteilnehmern und Seminarteilnehmerinnen geschätzt.“

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