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Das Programm "Tabaluga und die Zeichen der Zeit" ist der fünfte und letzte Teil des erfolgreichen Rockmärchens.

Tabaluga und die Zeichen der Zeit

Finale für Tabaluga

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Ein Potpourri der Promis, Kostüme und Musikstile: Unsere Autorin schaute sich in Hamburg den letzten Teil von Peter Maffays Rockmärchen an, der jetzt nach Frankfurt kommt.

Ein Potpourri der Promis, Kostüme und Musikstile: Unsere Autorin schaute sich in Hamburg den letzten Teil von Peter Maffays Rockmärchen an, der jetzt nach Frankfurt kommt.

Fast 30 Jahre ist Peter Maffays kleiner grüner Drachen Tabaluga mittlerweile alt. Zeit also fürs große Finale: Ende der Woche kommt der letzte Teil des knallbunten Rockmärchens „Tabaluga und die Zeichen der Zeit“ drei Tage lang nach Frankfurt. Neben Maffay singen „Der Graf“ als gut gelaunter Tod, Heinz Hoenig als böser Schneemann und Ex-Monrose-Sängerin Mandy als Lilli.

Eine fremde, bunte Welt tut sich bei der Premiere vor den Zuschauern auf: Frösche mit goldenen Dollar-Zeichen auf dem Rücken, ein Löwen-König mit wilder Samson-aus-der-Sesamstraße-Mähne und Glitzerflügel-Eintagsfliegen: Sie alle rennen und tanzen über die Laufsteg-Bühne oder durch die Zuschauerränge. Selbst der böse, dicke Schneemann Arktos alias Heinz Hoenig steht auch mal ganz vorn und schaut die Zuschauer mit seinen blauen Augen direkt an. Dann taucht Peter Maffay plötzlich aus dem Publikum auf und rennt mit seiner Gitarre auf die Bühne in die knallbunte Rockmärchen-Welt hinein.

Alles in allem also eine Art „Alice-im-Wunderland“-Trip. Mittendrin tanzt der kleine, grüne Drache Tabaluga, der eigentlich, nachdem sein Wecker eines Morgens explodiert, nur wissen will: Wie ist denn das mit der Zeit? Kann man sie anhalten oder vielleicht sogar mit Geld kaufen? Fragen über Fragen.

In Hamburg feierten am vergangenen Freitag 9200 Zuschauer die Premiere von „Tabaluga und die Zeichen der Zeit“, dem fünften und letzten Teil des Kult-Märchens. „Ich muss mich im Stück öfter umziehen, und wäre vorhin fast mit zwei verschiedenen Schuhen ’rausgerannt. Aber ich wurde gerade rechtzeitig zurückgerufen“, erzählt Maffay bei der Aftershow-Party und lacht.

Neun Jahre sind seit der vorherigen Tabaluga-Tour vergangen. Auch Tabaluga-Miterfinder Rolf Zuckowski ist gekommen. Der mittlerweile komplett weißhaarige Kinderliedermacher ist ein sympathischer Promi wie Maffay. 1983 haben sie gemeinsam mit dem Autor Gregor Rottschalk den kleinen grünen Drachen zur Welt gebracht. Der Zeichner Helme Heine hat ihn für zahlreiche Bücher illustriert.

Die Bilanz der Bühnenshows kann sich sehen lassen: Drei Millionen Alben und 1,5 Millionen verkaufter Tickets. „Niemand von uns hat damals mit so einem Erfolg gerechnet“, sagt Maffay.

Zweieinhalb Stunden dauert die Show. Die Kinder im Saal zeigen keinerlei Ermüdungserscheinungen. Begeistert klatschen sie weiter. Die andauernde Popularität erklärt Maffay so: „Tabaluga transportiert Themen, die zeitlos und essenziell sind. Die Grundfragen nach Liebe und Tod verändern sich nicht.“

In Frankfurt ist "Der Graf" dabei

Die Melodien sind auch für Nicht-Maffay-Fans gut zu konsumieren: Von Jazz über Rap, Rock, Pop und Metal bis hin zu fröhlichen Sambaklängen reicht die Bandbreite. Die Musik passt zu ihren Protagonisten: Überdimensionale, lahme Nacktschnecken singen und tanzen zu lässigem Reggae, die hektischen Häschen auf wilden, lauten Ska.

„Der gut gelaunte Tod“ präsentiert eine heitere Swingnummer. In Frankfurt wird „Der Graf“ von der Band Unheilig in die Rolle schlüpfen. Rufus Beck führt nicht nur erneut Regie, sondern gibt wie in den vorherigen Teilen den erzählenden Magier. Neu dabei ist Ex-Monrose-Sängerin Mandy Capristo. Am Ende tanzt und singt sie als Tabalugas große Liebe Lilli in den Armen von Maffay zum Lied „Zeit hält nur in Träumen an“.

Großartig sind die Bauchtanz-Fähigkeiten von Uwe Ochsenknecht als leicht bekleidete Kameliendame aus dem Orient: Bauchfrei versucht er mit Chanson und hübschen Hüftbewegungen Tabaluga zu verführen. „Ich habe die schönsten Höcker im Orient“, singt Ochsenknecht und erntet verdienten Zwischenapplaus. Auch in Frankfurt wird er in dieser Rolle zu sehen sein.

Popstar Sasha trägt neongelb-enge Schlaghose, ein rotes Dach auf dem Kopf und eine fette Uhr am Bäuchlein und schafft es trotzdem eine lässige Performance hinzulegen. In Frankfurt wird Laith Al-Deen ins Kuckucksuhr-Kostüm gesteckt.

An manchen Stellen hat man das Gefühl Maffay hat erotische Elemente eines Rihanna-Konzerts übernommen: Da gibt es Zebradamen in Strapsen, die eine Reitgerte im Mund halten, oder auch bauchfreie, durchtrainierte Bienen-Ladys. Maffay selbst zeigt bloß seine muskulösen Arme in enger Weste ohne Hemd drunter.

Immer wenn er mit seiner Band rockt, erheben sich seine Fans von den Stühlen und jubeln. Und er ist oft am Singen. Darunter sind rührselige Balladen wie: „Ich hatte keine Zeit für Dich“.

Das endgültige Aus des Rockmärchens begründet Maffay mit einem Tabaluga-Titel: „Alles im Leben hat seine Zeit.“ Das letzte Tabaluga-Album hat Maffay übrigens für seinen neunjährigen Sohn Yaris geschrieben.

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