Hessen

Personalnot an hessischen Förderschulen

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Hessen hat zusätzliche Stellen geschaffen, kann sie aber nicht besetzen. Eine Schule im Kreis Offenbach klagt über besonders große Probleme.

Viele Förderschulen in Hessen kämpfen mit akutem Lehrermangel. Das Thema beschäftigte den Bildungsausschuss des Landtags am Mittwoch. Die SPD-Fraktion hatte einen Berichtsantrag gestellt. nachdem an der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Rodgau (Kreis Offenbach) an drei Tagen der Unterricht für einige Schüler komplett ausgefallen war. An der Förderschule sind mehrere Lehrer langfristig erkrankt. Die Notsituation kann nur mittelfristig aufgefangen werden.

Denn wie Kultusminister Alexander Lorz (CDU) dem Ausschuss berichtete, gebe es nicht nur an dieser Schule offene Stellen. Landesweit liegt die Vakanzquote bei zwei Prozent. Lorz erklärte das allerdings damit, dass die Stellenzahl für Förderschullehrer zum laufenden Schuljahr um fünf Prozent erhöht wurde. Die Lehrkräfte für die neuen Stellen seien jedoch noch nicht gefunden. „Es sind aktuell kaum Förderschulkräfte verfügbar“, sagte er. „Wir stellen alle ein, die wir bekommen können.“

Ausfall an 15 Schulen

Landesweit war seit Schuljahrsbeginn wegen Krankheitsfällen von Förderschullehrern an 64 Tagen der Unterricht ausgefallen. Betroffen waren 15 Schulen, darunter drei in Frankfurt. Im Normalfall gebe es ein schulinternes Vertretungssystem, sagte Lorz. Zudem seien 300 Stellen für eine mobile Reserve eingeplant, die die Schulen in Notsituationen anfordern können. Doch auch diese Stellen kann Hessen aktuell nicht komplett besetzen. Um langfristig mehr Förderschullehrer einsetzen zu können, hat die Landesregierung 2015 ein Maßnahmenpaket verabschiedet. Unter anderem wurden die Ausbildungskapazitäten an den Hochschulen erhöht und pensionierte Lehrer zur Unterstützung angefragt. „Das Geld, um das Problem zu lösen, ist da“, betonte Lorz. „Aber das nutzt uns nichts, wenn die Leute fehlen.“

Die Opposition warf der Landesregierung vor, jahrelang geschlafen zu haben. „Die Maßnahmen gehen in die richtige Richtung, kommen aber viel zu spät“, sagte der SPD-Abgeordnete Christoph Degen. Die Notlage an der Bodelschwingh-Schule sei kein Einzelfall. „Für die Eltern der Kinder mit Förderbedarf ist es enorm schwer, kurzfristig eine Betreuung zu finden.“ Einige Lehrkräfte der betroffenen Schule waren als Zuhörer in den Ausschuss gekommen. Lorz versprach ihnen ein Gespräch, um eine Lösung zu finden.

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