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Die VGF und Traffiq haben ein Störfallkonzept für Notfälle umgesetzt.

Verkehr in Frankfurt

Das passiert, wenn die Bahn ausfällt

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Die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq setzt ein Störfallkonzept in Kraft.

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Zum Wochenende hin kühlt die Luft über Frankfurt merklich ab und ein heftiges Gewitter zieht aus dem Taunus heran. Aus tiefschwarzen Wolken gießt Regen in Strömen, durchmischt von daumengroßen Hagelkörnern. Der Wind peitscht - eine Böe fegt eine Oberleitung auf der Eschersheimer Landstraße herab. Alle U-Bahnen zwischen den Stationen Dornbusch und Lindenbaum fallen aus. Klingt das so unwahrscheinlich?

Für solch einen Notfall hat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) gemeinsam mit der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq ein Störfallkonzept entwickelt, das nun in Kraft getreten sei, wie der neue Geschäftsführer von Traffiq, Tom Reinhold, sagte.

Bei einer Störung von weniger als 60 Minuten würden Ersatzbusse eingesetzt. Bei einer längeren Störung kämen Bereitschaftsbusse hinzu. Nach zwei Stunden Störung ziehe Traffiq Busse aus anderen Linien ab, um sie ersatzweise einzusetzen.

Den Busfahrern seien entsprechende Streckenpläne gereicht worden, die zeigten, wo sie in diesem Falle entlang fahren müssten. Bei einer Störung zwischen Dornbusch und Lindenbaum würden die Busse auf der Eschersheimer Landstraße fahren und Hinter den Ulmen beziehungsweise an der Polizeimeister-Kaspar-Straße wenden .

Den Angaben zufolge umfasst das Störfallkonzept acht Abschnitte im Frankfurter Stadtgebiet. Es sind die Strecken vom Südbahnhof über Oberrad nach Offenbach Stadtgrenze; vom Ostbahnhof über die Hanauer Landstraße zur Schießhüttenstraße; vom Hauptbahnhof über Stresemannallee zur Niederräder Landstraße; sowie die Friedberger Landstraße. Die Abschnitte gelten als „Erschließungslücken“ bei der Grundversorgung. Als „Schwachstellen“ betrachtet Traffiq die U-Bahn-Strecke zwischen Heddernheim und Hauptwache; die U-Bahn-Strecke entlang der Eckenheimer Landstraße; die U-Bahn-Strecke zwischen Eissporthalle und Enkheim sowie die Straßenbahnstrecke auf der Mainzer Landstraße. Entwickelt wurde das Störfallkonzept nach dem schweren Eisregen im Januar 2013, der vier Tage lang die Trams zum Erliegen brachte.

Gegen vereiste Oberleitungen hat die VGF auch ein Hilfsmittel: den „Schneeschiebär“ - einen Zug, der enteisendes Glycerin auf den Fahrdraht tröpfelt.

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