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Alte Weihnachtsbäume liegen an einer Sammelstelle für Christbäume.

Frankfurt/Main

Das passiert mit ausgedienten Weihnachtsbäumen

Die meisten Hessen werfen ihre Weihnachtsbäume nach dem 6. Januar, dem Fest der Heiligen Drei Könige, aus dem Haus.

In den vergangenen Wochen waren sie überall zu finden - geschmückte Bäume auf den Straßen und in den Wohnzimmern der Hessen. Behangen mit glitzernden Kugeln und strahlenden Lichtern erhellte der Weihnachtsbaum die düstere Winterzeit und zierte so manches Bild in den sozialen Medien. Doch wohin mit dem Baum, der seine Nadeln verliert?

Die meisten Hessen werfen ihre Christbäume nach dem 6. Januar, dem Fest der Heiligen Drei Könige, aus dem Wohnzimmer. Dann werden die Entsorgungsbetriebe aktiv, wie etwa die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES): Zwischen dem kommenden Montag und dem 24. Januar fährt das „Weihnachtsbaummobil“ an festgelegten Tagen in die Stadtteile und sammelt die traurigen Tannen vom Straßenrand auf.

Die abgeschmückten Bäume müssen auf maximal einen Meter gekürzt und vor das Grundstück gelegt werden. Den Rest macht mittlerweile im dritten Jahr das Mobil. „Es ist ein gewöhnliches Sperrmüllfahrzeug, dass die Baumreste zerkleinert“, sagte ein FES-Sprecher. „Da kriegt man schon ein paar Weihnachtsbäume rein“ - knapp sechs Tonnen Tanne. Die FES rechnet damit, bis zum 24. Januar rund 80 000 Bäume (400 Tonnen) zusammenzukriegen.

Wer die Weihnachtszeit schon früher, erst nach den Ferien oder dem 2. Februar, dem Fest Lichtmess, beenden will, kann das ausgediente Nadelholz auch über die braune Biotonne oder die graue Restmülltonne entsorgen. Die via Variante eins und zwei entsorgten Bäume werden zu drei Vierteln zu Komposterde verwertet. Aus dem Rest wird in der Müllverbrennungsanlage Frankfurt-Heddernheim Strom und Fernwärme.

Auch der Star der Weihnachtsbäume muss weichen

Auch in Darmstadt werden die Bäume zu Kompost verarbeitet. Dafür stehen Sammelstellen im Stadtgebiet bereit. Vom 8. bis 26. Januar fährt der Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) diese regelmäßig an. In Eltville am Rhein (Rheingau-Taunus-Kreis) sammelt die freiwillige Feuerwehr die ausgedienten Weihnachtsbäume ein und kümmert sich um deren Entsorgung. Auch im Vogelsbergkreis holt der Feuerwehrnachwuchs in einigen Ortschaften, wie zum Beispiel in Lauterbach, die alten Bäume ab.

Das alljährliche Wahrzeichen des Frankfurter Weihnachtsmarktes ist ein riesiger Nadelbaum. Dieses Jahr war der Christbaum auf dem Römerberg stolze 31 Meter hoch. Damit könne er nicht nur der größte echte Weihnachtsbaum Deutschlands, sondern auch „der meist fotografierte Frankfurter sein“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

Doch auch für den Star ist der Auftritt in der zweiten Januar-Woche zu Ende: Wenn alle Lichter und Schleifen entfernt sind, wird der Baum aus Schlüchtern zertrennt. Aus dem unteren Teil werden Auszubildende der Gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und
Ausbildung mbH Holzartikel werken. Der obere Teil wärmt spätestens im nächsten Winter dann zerhackt als Brennholz die Füße, sagte eine Sprecherin der Stadt.

Frankfurter Zoo freut sich über Spenden

Aber auch Bäume, die es nicht geschafft haben, glamouröse Foto-Stars zu werden, erhalten eine besondere Verwertung: Rund 30 von ihnen werden unmittelbar nach Verkaufsschluss an den Ständen am 24. Dezember in den Frankfurter Zoo gebracht. „In der Zeit, wo es eh
wenig Laub gibt, nehmen wir die Spenden natürlich gerne an“, sagte die Zoo-Sprecherin. In der Winterzeit seien die Tannen für die Tiere eine gerngesehene Abwechslung. Sie werden unter anderem in den Gehegen der Trampeltiere, Zwergziegen und im Nashornhaus verteilt. Während die Zwergziegen schmausen, spielt Nashornbulle „Kalusho“ mit dem Grünzeug. „Der nimmt es, um es im wahrsten Sinne zu sagen, auf's Horn. Und zum Schubbern“, erklärte die Zoo-Sprecherin. (dpa)

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