Großkrotzenburg

Partnerschaft mit Hanau prüfen

Bürgerbegehren solleine Machbarkeitsstudie durchsetzen

Mit einem Bürgerbegehren will die „Initiativgruppe für ein zukunftssicheres Großkrotzenburg“ noch 2019 eine Machbarkeitsstudie durchsetzen. Diese soll die Vor- und Nachteile einer möglichen „engen Zusammenarbeit“ mit der Nachbarstadt Hanau prüfen, die bis zu einer Eingemeindung gehen könnte. Die Initiative um den früheren Landtagsabgeordneten Aloys Lenz (CDU) kündigt an, die Bürger der 7500-Einwohner-Kommune erst auf Flugblättern über ihr Vorhaben zu informieren und dann Unterschriften zu sammeln.

Um erfolgreich zu sein, bräuchten sie die Signaturen von zehn Prozent aller Wahlberechtigten: etwa 440. Sollten so viele unterschreiben und das Bürgerbegehren formell zulässig sein, käme es zu einem Bürgerentscheid. Die Mehrheit der gültigen Stimmen müsste dabei mindestens 25 Prozent der Stimmberechtigten ausmachen.

Das Land Hessen unterstützt kommunale Kooperation und auch Zusammenschlüsse. Daher fördert sie Machbarkeitsstudien mit 50 000 Euro. Die Voraussetzung wäre hier allerdings, dass neben Großkrotzenburg zumindest auch die Hanauer Politik für die Untersuchung plädiert. Im Hinblick auf eine eventuelle Eingemeindung hatte OB Claus Kaminsky (SPD) Gesprächsbereitschaft gezeigt – für den Fall, dass es in Großkrotzenburg ein entsprechendes Meinungsbild gibt.

Lenz und seine Mitstreiter sehen für Großkrotzenburg keine Perspektive. Ein Grund: Weil die Kommune stark von den Gewerbesteuereinnahmen aus dem Kraftwerk Staudinger abhängig war und diese wegbrachen, ist die Finanzlage schlecht. Steuern und Gebühren wurden erhöht. Nach Berechnungen der Gruppe muss eine Modellfamilie mit einem Einfamilienhaus in Hanau pro Jahr ungefähr 600 Euro weniger an kommunalen Abgaben zahlen. Die Studie solle die Chancen und Risiken einer Partnerschaft mit Hanau weiter ergründen.

Das Großkrotzenburger Parlamentarier hatten sich bereits gegen eine Eingemeindung ausgesprochen, weil sie fürchten, ihr Ort könnte dann benachteiligt werden. Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos) schließt einen Zusammenschluss zwar nicht kategorisch aus, verweist aber darauf, dass sich die Lage in seiner Gemeinde bald bessern werde, zum Beispiel durch höhere Schlüsselzuweisungen und ein neues Gewerbegebiet.

Für die Initiative ist das nicht mehr als „das Prinzip Hoffnung“, das Gewerbegebiet hält sie auch aufgrund der vielen Grundstückseigentümer für kaum realisierbar, jedenfalls nicht bald.

Hanau will sich zum 1. April 2021 vom Main-Kinzig-Kreis lösen. Stimmt der Landtag zu, wird Großkrotzenburg zu einer Enklave des Kreises. (gha)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare