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Die Parade ist tot, es lebe die Parade

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Antagontheater-Artisten bei der Parade der Kulturen 2004.
Antagontheater-Artisten bei der Parade der Kulturen 2004. © FR/Kumpfmueller

Weil das Spektakel Parade der Kulturen diesmal ausfällt, gibt es Zeit, eine neue Konzeption zu suchen. Von Canan Topçu

Von Canan Topçu

Dem Kalendar nach müsste am kommenden Wochenende die Parade der Kulturen stattfinden. Aus dem städtischen Veranstaltungskalender ist dieses Fest aber schon vor etlichen Monaten gestrichen worden. In diesem Jahr gibt es keinen bunten Zug durch die Innenstadt, werden auf Frankfurts Straßen keine musizierenden, tanzenden, singenden Menschen in Kostümen und farbigen Kleidern die Vielfalt der Kulturen demonstrieren.

Stattdessen soll an diesem Wochenende darüber gegrübelt werden, wie die Parade anders und besser werden könnte. Denn die Absage gilt nur für diesen Sommer. Im kommenden Juni soll die Parade wieder stattfinden. Dass das Fest abgeblasen wurde, hängt nicht damit zusammen, dass es ihm an Besuchern oder an Teilnehmern mangelte. Das Ereignis lockte im vergangen Jahr an die 100.000 Menschen in die Innenstadt, und rund 1700 Erwachsene und Kinder beteiligten sich aktiv an der Parade.

Die Sponsoren wollen nicht

Der offizielle Grund für die Absage ist ein organisatorischer - das Ende des Turnfestes lag zu dicht an dem der Parade. Auch fehlte es den Veranstaltern an finanziellen Unterstützern, an Sponsoren, die tiefer in die Tasche greifen, als sie es bisher taten. Zwar finden alle die Parade gut, doch wenn es um einen finanziellen Zuschuss geht, dann stößt der Stadtjugendring als Organisator auf Zurückhaltung.

Damit das Fest nicht die Anmutung einer zweitklassigen Multi-Kulti-Party bekommt, sind Ausgaben für professionelle Bestandteile wie Musikanlagen und Bühnen nötig. "Wir haben mit der städtischen Tourismusgesellschaft diverse Gespräche geführt, aber ohne Erfolg", erklärt Turgut Yüksel vom Stadtjugendring. Und auch Sponsoren, die das Fest bisher unterstützten, seien nicht dafür zu gewinnen, mehr Geld zur Verfügung zustellen.

Kommerz, nein danke

Natürlich könne die Parade kommerzialisiert werden - man könnte Stände an Gastronomen vermieten und somit die Einnahmen erhöhen. Das aber will der Stadtjugendring nicht. Ins Leben gerufen worden sei die Parade nicht zu kommerziellen Zwecken, sondern um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Jugendliche der Vereine beteiligen sich ehrenamtlich an der Organisation. "Viele bekommen auf diese Weise näheren Kontakt zu Migranten", hat Yüksel beobachtet.

Sowohl an der Parade als auch an dem Markt der Kulturen beteiligen sich Migrantenvereine. Sie bieten an Ständen, die sie gegen eine Gebühr von 100 Euro mieten, Speisen und Getränke an. Über die Einnahmen aus dem Verkauf besserten sie ihre Vereinskasse auf. "Und das wollen wir nicht ändern", sagt Yüksel als Ideengeber der Parade. Der bunte Zug war im Juni 2003 erstmals durch die Frankfurter Innenstadt gezogen.

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