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Für die Bildungs- und Betreuungsangebote nach 14.30 Uhr werden zwischen 35 und 170 Euro im Monat fällig. (Symbolbild)

„Pakt für den Nachmittag“

Eltern in Hessen zahlen für Nachmittagsangebote

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Kultusminister Alexander Lorz (CDU) nennt Zahlen für Beiträge an „Pakt“-Schulen. Die SPD findet sie „erschreckend“.

Je nach Schule müssen Eltern sehr unterschiedlich tief für die Betreuung ihrer Kinder in die Tasche greifen. In den landesweit 208 Schulen, die am „Pakt für den Nachmittag“ teilnehmen, werden für Bildungs- und Betreuungsangebote nach 14.30 Uhr zwischen 35 und 170 Euro im Monat fällig.

Das hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) auf eine Anfrage des SPD-Bildungspolitikers Christoph Degen geantwortet. Dagegen werden in den Ganztagsschulen des Landes keine derartigen Gebühren fällig. Im laufenden Schuljahr arbeiten nach den Angaben des Ministers 107 Schulen als „gebundene Ganztagsschulen“. Dort ist die Teilnahme am Nachmittagsunterricht verbindlich. An weiteren 840 Schulen gibt es Ganztagsangebote.

Beim „Pakt für den Nachmittag“ sorgt das Land für den Unterricht bis 14.30 Uhr. Die Kommunen sind für Betreuung und Bildungsangebote bis 17 Uhr zuständig, die sie sich teilweise von den Eltern bezahlen lassen. An den „Pakt“-Schulen gibt es außerdem zum Teil eine Frühbetreuung vor 7.30 Uhr. Hierfür und für andere Angebote vor 14.30 Uhr werden weitere Beiträge fällig. Sie bewegen sich laut dem Kultusminister zwischen 10 und 89 Euro pro Monat.

Sozialdemokrat Degen nannte die Elterngebühren „erschreckend“. Für Eltern seien solche Summen keine Kleinigkeit, besonders wenn sie mehrere Kinder zu versorgen hätten. Außerdem kämen die Kosten für das Mittagessen noch hinzu. „Gute, ganztägige und gebührenfreie Bildung, wie sie auch unsere Verfassung vorsieht, darf nicht zu Lasten von Eltern gehen, sondern muss vom Land ausreichend finanziert werden“, forderte Degen.

Von den weit über 600 000 Schülerinnen und Schülern in Hessen nehmen nach Angaben des Kultusministers knapp 30 000 am „Pakt für den Nachmittag“ teil. Diese Angebote sind freiwillig. Rund 18 000 Schülerinnen und Schüler, die nachmittags in der Schule bleiben dürften, machten davon keinen Gebrauch.

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