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Paddeln auf stillen Flüssen

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Wer sich einmal wie im Dschungel fühlen will, ohne gleich in die Ferne zu reisen, der traut sich in Hessens größtem Naturschutz- gebiet Kühkopf-Knoblochsaue aufs Wasser.

Wer sich einmal wie im Dschungel fühlen will, ohne gleich in die Ferne zu reisen, der traut sich in Hessens größtem Naturschutz-gebiet Kühkopf-Knoblochsaue aufs Wasser. Die Auenlandschaft ist zwischen Rhein und Altrheinarmen eingebettet, zahlreiche Tier- und Pflanzenarten haben dort ihren Lebensraum.

Einzigartig: Man kann das Schutzgebiet in Südhessen hautnah erleben, da Bootfahren auf seinen Wasserwegen erlaubt ist. Auf den stillen Altrheinarmen bahnt sich das Kanu seinen Weg zwischen Teichrosen, aus dem Röhricht am Ufer tönen einige der mehr als 200 Vogelarten, die im Reservat zu Hause sind. Alte Bäume liegen träge im Wasser und müssen vorsichtig umschifft werden. Vielleicht ist sogar der seltene Schwarzmilan zu entdecken, der über dem Wasser auf Nahrungssuche geht.

"Wenn man Glück hat, sieht man Fischreiher, auch Schildkröten oder ganze Nutriafamilien", erzählt Patrick Gahler. Nutrias? "Das sind Wasserratten", erläutert der Mitinhaber des Bootsverleihs Schulz. Die Stege des Bootsverleihs liegen direkt am Altrhein, von dort geht es entlang der Kühkopfinsel. "Das können sich auch Anfänger zutrauen", sagt Gahler, der Neukanuten natürlich gerne Tipps mit auf den Weg gibt.

Für Naturfreunde, die lieber zu Fuß oder per Rad unterwegs sind, bietet das urwüchsige Gebiet mehr als 60 Kilometer Wander- und Radwege. Die schönsten Routen können im Infozentrum erfragt werden.

Dort gibt es auch ein Kühkopf-Modell, an dem Besucher auf Knopfdruck Hochwasser simulieren und die Besonderheiten der Auen anschaulich erfahren können. So vorbereitet, wandert oder fährt man durch Weichholzauen mit knorrigen Silberweiden, in deren hohlen Stämmen nicht selten Eulen hausen. An

Beobachtungsständen am Wasserrand lohnt es sich, das Fernglas auszupacken.

Einen besonderen Tipp gibt Bettina Gruhle vom Naturschutzbund Ried: "Morgens oder abends ist die richtige Zeit für Froschkonzerte." Der Vormittag ist außerdem aus einem anderen Grund zu empfehlen: Am Altrhein gibt es viele Schnaken, die vor allem gegen Abend lästig werden. "Auf jeden Fall eincremen, lange Ärmel und Hosenbeine", empfiehlt Bettina Gruhle. Und rät, den Ausflug am besten für einen windigen Tag zu planen. Auch dann halte sich die Belästigung durch die Blutsauger in Grenzen. ams

Das NaturschutzgebietKühkopf-

Knoblochsaue ist von Stockstadt/Rhein oder Riedstadt-Erfelden aus erreichbar. Anfahrtsbeschreibung und Infos auf der Website des Infozentrums unter www.rp-da.de. Der Bootsvertrieb Schulz in Stockstadt verleiht Kanus. Preis für ein Drei-Personen-Kanu sechs Euro pro Stunde. Infos unter Telefon 0 61 58 / 8 48 60 oder im Netz: www.bootsvertrieb-schulz.de

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