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Ovag-Strompreis steigt auf rund 45 Cent

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Wetterau - Energieversorger Ovag mit Sitz in Friedberg wird zum kommenden Jahr den Strompreis erhöhen. „2022 und damit das dritte Jahr in Folge konnten wir die Preise dank unserer langfristigen und vorausschauenden Einkaufsstrategie trotz aller auftretenden Turbulenzen stabil halten. Das ist in Anbetracht der aktuellen Weltlage für das Jahr 2023 auf diesem Niveau leider nicht mehr leistbar“, erklärt Holger Ruppel, Vertriebschef der Ovag, in einer Pressemitteilung.

„Da wir den Bedarf unserer Haushaltskunden langfristig im Voraus am sogenannten Terminmarkt einkaufen, konnten wir 2021 zumindest eine Teilmenge noch vor der Preisexplosion 2022 eindecken, was unseren Kunden für 2023 zugute kommt. Blickt man jedoch in die Zukunft, zeigen sich auch im langfristigen Beschaffungsmodell zunehmend die Auswirkungen der teureren Beschaffung.“

Im August sei der bisherige Höhepunkt im Stromhandel zu verzeichnen gewesen, teilt die Ovag mit. Der Großhandelspreis für Grundlaststrom habe kurzzeitig bei rund einem Euro pro Kilowattstunde gelegen. Ein Jahr zuvor seien es etwa sieben Cent gewesen. Mittlerweile bewege er sich mit großen Schwankungen im Bereich von etwa 40 bis 50 Cent.

Der beim Kunden ankommende Strompreis beinhaltet laut Ovag neben den Kosten für die Beschaffung auch weitere Kosten wie Netzentgelte, Steuern, Kosten für Messungen und Messstellenbetrieb sowie mehrere Umlagen. „Hätten wir nicht frühzeitig und im Voraus in Teilmengen beschafft und müssten den Strom jetzt vollständig einkaufen, würde sich zuzüglich aller Kostenbestandteile ein aktueller Strompreis von etwa 70 Cent je Kilowattstunde ergeben. Dieses hohe Niveau konnten wir zwar vermeiden, um eine deutliche Erhöhung kommen wir für 2023 jedoch nicht herum“, erklärt Ruppel.

Neben der erheblichen Beschaffungsverteuerung im Großhandel steigen auch die Netzentgelte deutlich. Ruppel: „Es geht leider kein Weg daran vorbei, dass wir diese Preisentwicklungen an unsere Kunden durchreichen müssen.“ Dies, befürchtet er, sei vermutlich kein vorübergehendes Phänomen. Umso mehr halte man bei der Ovag an der vorausschauenden Beschaffung fest. „Die Kunden müssen sich aber höchstwahrscheinlich darauf einstellen, dass das frühere, deutlich günstigere Preisniveau in absehbarer Zeit nicht mehr erreicht wird.“ Deshalb sei es oberstes Zwischenziel der Ovag, die Preise über das gesamte Jahr 2023 stabil zu halten.

Derzeit zahlt nach Angaben des Energieversorgers ein Kunde in der Grundversorgung pro Kilowattstunde Strom einen Arbeitspreis von gut 26 Cent inklusive Umlagen, Steuern und Netzentgelte, wobei die weggefallene EEG-Umlage bereits herausgerechnet ist. 2023 wird die Kilowattstunde um die 45 Cent kosten. Hinzu kommt eine Erhöhung des Grundpreises von gut 1,70 Euro pro Monat.

Auch 2024 müsse man mit steigenden Preisen rechnen. Mit der Jahresabrechnung werden die Abschläge an die Situation angepasst, um hohe Nachzahlungen zu vermeiden. red

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