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Ein Radfahrer fährt auf einem Teilstück des neuen Radschnellwegs Darmstadt-Frankfurt bei Egelsbach.

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Offensive für Radpendler in Rhein-Main

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Der Regionalverband will den Bau von Radschnellwege beschleunigen. Der erste Abschnitt ist schon fertig.

Neun Radschnellwege sollen dereinst den Ballungsraum durchziehen. Am weitesten ist die Route Darmstadt–Frankfurt, von dem der erste Abschnitt bei Egelsbach jüngst eröffnet wurde, gefolgt von Hanau–Maintal–Frankfurt und der Vordertaunusstrecke von Friedrichsdorf über Bad Homburg, Oberursel, Steinbach nach Eschborn. Für beide sind die Machbarkeitsstudien weit fortgeschritten. Spätestens Anfang nächsten Jahres sollen sie der Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Danach kann man recht schnell mit dem Bau loslegen“, sagt Rouven Kötter (SPD), Mobilitätsdezernent und Erster Beigeordneter des Regionalverbandes, der FR.

Die Verbindungen sollen möglichst kurz und direkt sein, mit geringen Steigungen und guter, glatter Oberfläche.

Im Idealfall sind sie mindestens vier Meter breit, nachts beleuchtet und bieten an Knotenpunkten Vorfahrt. Eine Trennung von Fußgängerwegen und Straßen soll Geschwindigkeiten von mindestens 20 Stundenkilometern ermöglichen.

Vorbilder finden sich in Dänemark und den Niederlanden. Im Ruhrgebiet gibt es erste Abschnitte. jur

Als Planungsbehörde endete für den Regionalverband bislang nach der Machbarkeitsstudie die Zuständigkeit. Künftig will er auch die Realisierung übernehmen. Eine komplexe Aufgabe: Kommunen wie Landkreise seien betroffen, sagt Kötter. Ansprechpartner auf Landesebene sind die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität beim Verkehrsministerium sowie die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil. Der Regionalverband müsse nicht aber nicht bei null anfangen. Die Pionierarbeit habe Manfred Ockel (CDU) geleistet, Bürgermeister der Stadt Kelsterbach und Geschäftsführer der Regionalparkgesellschaft Rhein-Main Südwest. Er hat es geschafft, dass Darmstadt–Frankfurt peu à peu erfahrbar ist. Diesen Part will künftig der Regionalverband übernehmen. Er hat dafür eine neue Stelle in der „Stabsstelle Masterplan“ ausgeschrieben.

Sechs weitere Machbarkeitsstudien will der Verbandsvorstand in Auftrag geben, sofern die Verbandskammer zustimmt: Groß-Gerau–Frankfurt via Mörfelden-Walldorf und Flughafen, Wiesbaden–Frankfurt via Hofheim, Kriftel und Hattersheim. Die dritte Route betrifft den Taunushang, von Bad Soden über Schwalbach nach Eschborn, mit Anschluss an den Radschnellweg Vordertaunus. Von der Wetterau nach Frankfurt ist die Streckenführung von Butzbach über Bad Nauheim, Friedberg, Wöllstadt, Karben nach Bad Vilbel ausgedeutet. Eine weitere führt von Hanau nach Frankfurt-Süd, südmainisch über Mühlheim und Offenbach. Die sechste Strecke soll im Kreis Offenbach Seligenstadt mit Rodgau, Dietzenbach, Dreieich, Neu-Isenburg und dem Flughafen verbinden.

Neben den neuen Schnellwegen hat der Vorstand sich auch für das Schließen zweier Lücken im überörtlichen Fahrradroutennetz ausgesprochen: Dies betrifft die Anbindung des neuen Flughafenterminals 3 sowie den Radweg entlang der Landesstraße 3017 von Hofheim-Wallau nach Flörsheim-Wicker. Hessens Verkehrsministerium begrüßt die Absicht des Regionalverbands, den Bau der Radpendlerstrecken voranzutreiben. Der Verband ist jedoch nur für das Rhein-Main-Gebiet zuständig. Doch auch außerhalb gibt es potenzielle Korridore. Insgesamt 42 hat die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität für ganz Hessen ausgeschaut.

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