+
Sonniges Hafenbecken in Offenbach mit Blick auf den blauen Kran im Hintergrund. Das neu gestaltete Areal am Wasser ist ein beliebter Treffpunkt, der positiv auf die Stadt ausstrahlt.

Offenbach

Offenbachs Stadtmarketing wird neu organisiert

  • schließen

Offenbach will sein Potenzial besser nutzen und die Marketingaktivitäten bündeln. Die Stadt lässt sich die Neustrukturiering 515 000 Euro zusätzlich pro Jahr kosten.

Die Stadt will ihr Stadtmarketing umkrempeln und Doppelstrukturen in Verwaltung und bei städtischen Töchtern beseitigen. Ziel der Neustrukturierung ist es, im Konkurrenzkampf der Städte um Unternehmen, Neubürger, Arbeitskräfte, wissenschaftliche Einrichtungen und Veranstaltungen die Potenziale Offenbachs zu heben und nach außen sichtbar zu machen.

Dafür will die arme Kommune viel Geld in die Hand nehmen. Jährlich 515 000 Euro stellt sie zusätzlich für die Umsetzung des Stadtmarketingkonzepts zur Verfügung, dem das Stadtparlament noch zustimmen muss. Der Betrag zeigt, dass die Stadt etwas bewegen und vor allem ihr eher negatives Image verbessern möchte.

Eine herausragende Rolle bei der Umsetzung des Konzepts spielt die Offenbacher Stadtinformationsgesellschaft OSG, die schon heute im Auftrag der Stadt wesentliche Marketingaufgaben verantwortet. Sie betreibt das Internetportal von Stadt und Stadtwerke Offenbach Holding (SOH), veranstaltet die großen Stadtfeste, organisiert das Besuchermanagement im Wetterpark und unterhält das Infocenter.

Gleichberechtigte OSG-Geschäftsführer bleiben Regina Preis von der SOH Unternehmenskommunikation und der Leiter des Presseamts der Stadt, Fabian El Cheikh. Beide haben schon in der Vergangenheit gemeinsam Kommunikations- und Marketingprojekte entwickelt. Unter dem Dach der OSG werden alle Marketingaktivitäten gebündelt. Standort- und Citymarketing bleiben Aufgabe der Wirtschaftsförderung „in enger Abstimmung mit der OSG“.

Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) betonte, mit der neuen Organisationsstruktur werde es erstmals eine enge und auch formalisierte Abstimmung aller Akteure untereinander geben.

Das Stadtmarketingkonzept geht auf einen Antrag von CDU, Grünen, FDP und Freien Wähler vom September 2016 zurück. CDU-Fraktionschef Roland Walter zeigte sich mit dem Ergebnis „sehr zufrieden, obwohl die Erarbeitung lange gedauert hat“. FDP-Stadtverordneter Oliver Stirböck lobte, dass Koalition und Oberbürgermeister in dieser „für die Stadt lebenswichtigen Frage an einem Strang ziehen“.

Die Sparkasse Offenbach, die sich nicht an einer Stadtmarketinggesellschaft beteiligen will, wird ihre OSG-Anteile in Höhe von 25,5 Prozent (entspricht 13 005 Euro) an die SOH verkaufen. Die Holding hält 51 Prozent der Anteile, die Stadt 49 Prozent.

Die Zeit für eine Neuausrichtung der Marketing-Aktivitäten sei günstig, weil sich Offenbach im Aufwind befinde, heißt es in der Magistratsvorlage. OB Schwenke hält die Neuordnung angesichts der Corona-Krise für dringlich. „Wir müssen alle Kraft darauf verwenden, den Einzelhandel in der Innenstadt zu stärken und neue zukunftsorientierte Unternehmen zu finden, die einen finanziellen Beitrag für die Entwicklung Offenbachs leisten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare