Vorsitzender Richter Volker Wagner beim Prozessauftakt am 21. April in Darmstadt.

Offenbach

Offenbacher Mordprozess: Angeklagter schweigt

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43-Jähriger soll Schwester seiner Ex-Freundin erschossen haben. Richter hebt zwei Termine auf. Fortsetzung am 26. Mai.

Der Mordprozess um die tödlichen Schüsse auf eine 44 Jahre alte Frau in der Offenbacher Innenstadt vor einem Jahr ist gestern vor dem Landgericht Darmstadt ohne Anhörung von Zeugen oder Sachverständigen fortgesetzt worden. Der Vorsitzende Richter Volker Wagner hatte darauf verzichtet, nachdem sich beim Prozessauftakt vor zwei Wochen herausgestellt hatte, dass wegen der vielen Verfahrensbeteiligten das Corona-Abstandsgebot im Gericht nicht eingehalten werden konnte. Er hatte daraufhin die Verhandlung nach Verlesung der Anklage unterbrochen. Die Sitzung gestern fand im selben Saal statt.

Der angeklagte Mohammed S. soll nach Angaben eines Gerichtssprechers gestern geschwiegen und keine Angaben gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 43-Jährigen vor, die Schwester seiner Ex-Freundin aus Heimtücke und niederen Beweggründen am 9. Mai erschossen zu haben, weil er sie für die Trennung von seiner Lebensgefährtin verantwortlich gemacht habe.

Der Vorsitzende Richter hob die für den 11. und 12. Mai angesetzten Verhandlungstermine auf. Die Hauptverhandlung wird am 26. Mai um 15 Uhr fortgesetzt. Zeugen sind für diesen Termin nicht geladen.

Die gestrige Verhandlung dauerte fast zwei Stunden. Die Anwältin des Angeklagten soll umfangreiche Anträge gestellt haben. Der Vorsitzende Richter ordnete das zeitsparende Selbstleseverfahren an. Es bedeutet, dass alle Prozessbeteiligten Kopien von Schriftstücken aus den Gerichtsakten erhalten. Diese Unterlagen müssen dann nicht mehr in der Verhandlung verlesen und die Anzahl der notwendigen Zeugen kann reduziert werden.

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