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Wenig los vor dem Offenbacher Ledermuseum: Direktorin Inez Florschütz möchte den Platz vor dem Haus beleben, etwa mit einem Café oder einem Restaurants. Auch kulturelle Veranstaltungen kann sich sich dort vorstellen.
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Wenig los vor dem Offenbacher Ledermuseum: Direktorin Inez Florschütz möchte den Platz vor dem Haus beleben, etwa mit einem Café oder einem Restaurants. Auch kulturelle Veranstaltungen kann sich sich dort vorstellen.

Offenbach

Offenbacher Ledermuseum erhält erstmals Geld vom Bund

  • Agnes Schönberger
    vonAgnes Schönberger
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250 000 Euro sind dazu gedacht, die Kosten für Sanierung und Umbau des maroden Hauses zu ermitteln. Museumsleiterin Inez Florschütz schließt Teilabriss nicht aus, hält aber am Ort fest.

Seit sechs Jahren kämpft die Leiterin des Deutschen Ledermuseums (DLM) in Offenbach nicht nur darum, dass das Haus mit seiner einzigartigen Sammlung die verdiente Wertschätzung erfährt, sondern auch für die Sanierung des maroden Gebäudes und eine zeitgemäße Präsentation der Objekte. Inez Florschütz hat mit ihrer Beharrlichkeit einiges erreicht. Jüngstes Beispiel: Das Ledermuseum hat es in den Bundeshaushalt 2021 geschafft.

250 000 Euro stellt der Bund dem DLM zur Verfügung, damit realistische Kosten für die notwendige Generalsanierung und den Umbau des Museums ermittelt werden können. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Boris Simon (Obertshausen), der sich für die Hilfe eingesetzt hatte, sprach von einer „fast historischen Entscheidung“, Florschütz von einem „entscheidenden Schritt“.

Auch die Stadt lässt sich nicht lumpen und steuert weitere 250 000 Euro bei. Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) und Kämmerer Peter Freier (CDU) stellten allerdings klar, dass Sanierung und Neuausrichtung des Museums nur gelingen könnten, wenn Bund und Land wesentliche Teile finanzierten. „An Dankbarkeit unsererseits wird es dann sicher nicht fehlen.“

Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Grüne), versprach bereits, sich für eine anteilige Finanzierung der Baukosten einzusetzen. Das Land hat seinen jährlichen Zuschuss seit 2020 auf 440 000 Euro verdoppelt und die Voruntersuchungen, die Voraussetzung für den erfolgreichen Antrag in Berlin waren, finanziert. Dorn geht davon aus, dass es einen Architektenwettbewerb geben wird.

Florschütz schilderte der FR, wie heruntergekommen das aus dem Jahr 1829 stammende Vorderhaus und die Anbauten aus den 1960er und 1980er Jahren sind. Das unter Denkmalschutz stehende historische Gebäude - es handelt sich um ein ehemaliges Lagerhaus der Offenbacher Messe - war im Krieg zerstört und danach wieder aufgebaut worden.

Die Bausubstanz sei sehr schlecht, das Flachdach im Anbau undicht, Heizung und Leitungsrohre seien veraltet. Seit Jahrzehnten habe es nur Behelfslösungen gegeben, sagt sie. Nicht mal über eine Klimaanlage verfügt das Museum mit seinen wertvollen Objekten. Sie und ihre Mitarbeiter:innen versuchen deshalb mühsam, mit Luftbefeuchtern und Drehen am Heizungsregler die richtige Raumtemperatur zu schaffen. Ein weiteres Problem sind die Depots unterm Dach. Im Sommer ist es dort zu warm, im Winter zu kalt.

Trotz des miserablen Zustands der Gebäude favorisiert Florschütz eine Sanierung im Bestand. Aber sie sagt auch, möglicherweise werde es zu einem Teilabriss der neueren Bauten kommen, während der historische Teil erhalten bleibe. Auch Erweiterungen seien denkbar, da es vor wie auch hinter dem Haus freie Flächen gebe. „Das ist aber alles offen.“ In der Machbarkeitsstudie, die sie zusammen mit zwei Architekten erarbeitete, hat sie einen Abriss nicht erwogen.

Auch den Standort stellt Florschütz nicht infrage. „Als Leiterin würde ich sehr gerne an diesem Ort festhalten.“ Und zwar nicht nur, weil die nahe S-Bahn-Station nach dem Ledermuseum benannt ist und es damit gut erreichbar ist, sondern auch, weil sie es wichtig findet, sich kritisch mit der Geschichte des Hauses und des Museums auseinanderzusetzen. Ein konkretes Datum, wann die Handwerker ins Haus kommen, nannte sie nicht. Nur so viel: „Ich bin zuversichtlich, dass es weitergeht.“

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