Das Bundesverwaltungsgericht, das 2011 eine Entscheidung zum Planfeststellungsbeschluss des Frankfurter Flughafens fällen wird, werde weniger Flüge erlauben oder die Flieger zwingen, an Offenbach vorbeizufliegen, hofft Reiner Geulen. Er betreibt im Auftrag der Stadt die Klagen zum Flughafenausbau. Unser Bild zeigt den Blick aus einem neuen Kontrollturm auf startende und landende Flugzeuge.
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Das Bundesverwaltungsgericht, das 2011 eine Entscheidung zum Planfeststellungsbeschluss des Frankfurter Flughafens fällen wird, werde weniger Flüge erlauben oder die Flieger zwingen, an Offenbach vorbeizufliegen, hofft Reiner Geulen. Er betreibt im Auftrag der Stadt die Klagen zum Flughafenausbau. Unser Bild zeigt den Blick aus einem neuen Kontrollturm auf startende und landende Flugzeuge.

KLage gegen Flughafenausbau

In Zukunft weniger Flüge

  • Madeleine Reckmann
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Die Stadt Offenbach setzt große Hoffnungen in das Bndeverwaltungsgericht Leipzig: Das entscheidet 2011, ob die Lärmbelastung durch den Flughafen rechtens ist. Von Madeleine Reckmann

In Zukunft wird es in Offenbach weniger Fluglärm geben. Davon ist Reiner Geulen überzeugt, der im Auftrag der Stadt die Klagen zum Flughafenausbau betreibt.

Das Bundesverwaltungsgericht, das 2011 eine Entscheidung zum Planfeststellungsbeschluss des Frankfurter Flughafens fällen wird, werde weniger Flüge erlauben oder die Flieger zwingen, an Offenbach vorbeizufliegen. Denn die Lärmbelastung und die damit verbundene Siedlungsbeschränkung seien nicht mit dem gesetzlich gebotenen Schutz der Bevölkerung vor Lärm vereinbar.

Geulen ist auch sicher, dass ein Nachtflugverbot kommen wird, das zwischen 23 und 5 Uhr fast keine und in den Randstunden 22 bis 23 und 5 bis 6 Uhr weit weniger als die bisher genannten 150 Flüge erlaubt. Vom jetzt diskutierten neuen Bundesluftverkehrsgesetz, das den Schutz der Nachtruhe aufweichen soll, geht laut Geulen keine Gefahr aus, da es zum Zeitpunkt des Planfeststellungsbeschlusses nicht gültig war.

Die Diskussion um die Wettbewerbsfähigkeit müsse Offenbach nicht scheuen, sagt Flughafendezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). In anderen Ländern Europas würde der Flugbetrieb aus Lärmschutzgründen restriktiver behandelt.

Dass die Konkurrenz des Frankfurter Flughafens laut Fraport ausgerechnet in Dubai liegen soll, findet Dieter Faulenbach da Costa, Leiter der AG Flughafen, nicht überzeugend. Es sei absurd, dass Fraport sich autoritäre Wüstenstaaten für einen unbeschränkten Nachtflugbetrieb hier zum Vorbild nehme, sagte er.

Er kritisiert, dass sich Fraport beim A380 nicht an die Regeln der Internationalen Zivilen Luftfahrtorganisation hält. Die schreibt aus Sicherheitsgründen für den A380 Start- und Landebahnen mit 75 Meter Breite vor. Die Frankfurter Bahnen seien nur 45 und 60 Meter breit. "Bei Einbeziehung der bestehenden Pisten in den Flughafenausbau hätte das Bundesverwaltungsgericht rigorosere Nachtflugbeschränkungen verfügt", so Faulenbach.

Sollte das Gericht doch für Fraport entscheiden, hat Weiß einen Vorschlag, wie die 85 Millionen Euro für die Lärmisolierung der öffentlichen Gebäude aufgebracht werden: Die geplante Luftverkehrsabgabe solle zum Teil den betroffenen Kommunen zugutekommen.

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