Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das ehemalige Altenheim im Hessenring 55 wollen die Nutzer des WohnBüros beziehen.
+
Das ehemalige Altenheim im Hessenring 55 wollen die Nutzer des WohnBüros beziehen.

Ehemaliges Altenheim

Wohnbüro sucht neue Bleibe

  • Sigrid Aldehoff
    VonSigrid Aldehoff
    schließen

Verschiedene Nutzer würden gerne im ehemaligen Altenheim am Hessenring unterkommen. Kreative und Künstler könnten angelockt werden, doch die Stadt Offenbach hat kein Geld für derlei Projekte.

Es ist eines der interessantesten Projekte in der City: In dem ehemals leerstehenden Bürogebäude am Platz der Deutschen Einheit 5 hat sich als Zwischennutzung seit Mai dieses Jahres das WohnBüro Offenbach eingerichtet. Studenten, Künstler, Jungunternehmer aus der Kreativwirtschaft, Vereine und Wohngemeinschaften leben und/oder arbeiten hier. Doch ihre Zukunft in dem Gebäude ist ungewiss.

„Der Besitzer hat gesagt, dass wir bis Ende März ausziehen sollen und eine Verlängerung bis Juni in Aussicht gestellt“, sagt Mervin Bienek, einer der Bewohner. Gerne würden alle jetzigen Nutzer weiter in dem Gebäude bleiben. Doch falls die Gespräche mit dem Besitzer bis Ende Dezember zu keiner längerfristigen Einigung führen, haben sich die Bewohner schon weitere Gedanken gemacht.

80 Senioren haben im Gebäude gelebt

Als neues Domizil haben sie das leerstehende Heinrich-Schleich-Haus am Hessenring 55, das bis Frühjahr des Jahres noch als städtisches Altenheim genutzt wurde, im Blick. Eigentümer ist die Stadt. „Offenbach sieht sich als Kreativstadt“, sagt der Student Phileas Laoutides, ebenfalls Bewohner des WohnBüros. „Dann muss sie ihre Kreativen aber auch halten.“ Er hat sich das Gebäude bereits angeschaut, ist völlig begeistert von der dazugehörigen Grünanlage mit dem großen Teich. „Die würden wir gerne der Bevölkerung zugänglich machen.“

Rund 80 Senioren haben in dem großen Gebäude gelebt. „Wir allein könnten das riesige Haus gar nicht füllen.“ Bienek, Laoutides und ihr Mitbewohner Alexander Christ haben deshalb auch schon überlegt, dass Künstler der Mato-Fabrik, die ebenfalls im kommenden Jahr ihre Ateliers räumen müssen, mit in den Hessenring ziehen könnten. „Die Stadt könnte aus der gesamten Region Künstler und Kreative mit einem solchen Projekt anlocken“, schwärmen die drei. Auch die Mitglieder des altersübergreifenden Wohnprojektes Creativhaus könnten hier ihre Pläne verwirklichen. „Ein solches Projekt könnte ein Vorbild für andere Kommunen sein und wäre gut für das Image von Offenbach“, sagt Stadtplanerin Ragna Körby, die im Wohnbüro mit Freund und Baby wohnt.

"Schwer zu realisieren"

Doch sehen sie und ihre Mitbewohner auch die finanzielle Situation der Stadt. In Gesprächen mit dem Liegenschaftsamt sind sie schon darauf verwiesen worden, dass die hochverschuldete Stadt ihre ungenutzten Immobilien zu Geld machen muss. Entsprechend äußert sich auch der Pressesprecher der Stadt Offenbach, Matthias Müller, zu den Plänen: „Das ist ein interessantes Projekt, das aber unter Schutzschirmbedingungen schwer zu realisieren ist.“ Jede neue Investition sei vom Regierungspräsidenten zu genehmigen. „Es ist für die Stadt schwierig, zwischen den beiden Polen Standortfaktor Kreativwirtschaft und Schutzschirm einen Weg zu finden.“

Die jungen Bewohner lassen sich noch nicht entmutigen: Kosten würden der Stadt kaum entstehen, „wenn Strom und Wasserversorgung in Ordnung sind.“ Vieles könnten sie selbst machen oder hoffen es über Sponsoren regeln zu können. Das ursprünglich als Armenhaus genutzte Gebäude aus dem Jahr 1877 sei ein prägnanter Altbau in der Stadt. „Wir befürchten, dass das Haus abgerissen wird, wenn es ein Investor kauft“, sagt Alexander Christ.

Würde aus dem Plan Hessenring nichts werden, wollen die Nutzer sich nach einem anderen Objekt umschauen. „Offenbach ist ja schon ein Ort, an dem man sein möchte“, sagt die aus Berlin zugezogene Ragna Körby.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare