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Künftig seltener unterwegs: Busse in Offenbach.
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Künftig seltener unterwegs: Busse in Offenbach.

Offenbach EVO

Wieder an den Bussen sparen

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Die Energieversorgung Offenbach (EVO) nimmt im Energiegeschäft weniger ein. Weil seit Jahren der Öffentliche Busverkehr subventioniert wird, macht das Unternehmen nun Verluste. Auch die SOH erwägt Wohnungsverkäufe.

Entwicklungen auf der großen politischen und wirtschaftlichen Bühne könnten dazu führen, dass in Offenbach die Busse seltener oder auf verkürzten Strecken fahren und städtische Wohnungen privatisiert werden. Konkret heißt das, dass sinkende Erlöse auf dem deutschen Energiemarkt Einschnitte im Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) nach sich ziehen und die Stadtwerke Holding ins Schleudern bringen.

Hintergrund ist, dass die Verluste des Öffentlichen Busverkehrs seit Jahren mit Gewinnen der Energieversorgung Offenbach (EVO) subventioniert werden, die EVO aber im laufenden Jahr mit geringeren Erlösen rechnet. Die Erlöse im Energiesektor sinken, weil die von der Europäischen Union eingeführten CO2-Zertifikate billig geworden sind und die Strompreise an der Strombörse so niedrig gehandelt werden, dass konventionelle Kraftwerke nicht mehr kostendeckend betrieben werden können. So stellt es EVO-Sprecher Harald Hofmann dar. Was hat das mit den Stadtwerken zu tun? Die SOH ist zu 48 Prozent an der EVO beteiligt.

Letzte Sparrunde

OB Horst Schneider (SPD) hatte kürzlich im Parlament die Finanzierung des Busverkehrs in düsteren Farben gezeichnet. Er sprach von einem Defizit von acht Millionen Euro und davon, dass das bisherige Modell der Quersubventionierung nicht mehr aufgehe. Deshalb müsse es zu einem veränderten Busangebot am Abend und frühen Morgen kommen. „Wir können es uns nicht leisten, heiße Luft durch die Stadt zu fahren“, sagte er.

Bürgermeister Peter Schneider (Grüne) reagiert auf die schlechten EVO-Prognosen mit zwei Sparvorschlägen für die Offenbacher Verkehrsbetriebe, die den Fraktionen bereits vorliegen. Demnach könnten 1,2 Millionen Euro von 2014 an eingespart werden. Das bedeutet, dass die für 2015 vorgesehenen Einschnitte ein Jahr vorgezogen werden könnten. Peter Schneiders Vorschlag geht somit über die Stadtverordnetenbeschlüsse von 2012 hinaus. Damit möchte er auch gewährleisten, dass die SOH genug Geld übrig hat, um, wie im Schutzschirmvertrag festgelegt, drei Millionen Euro im Jahr an die Stadt zu überweisen. Nach dieser Sparrunde bei den Bussen soll Peter Schneider zufolge Schluss sein: „Eine weitere Ausdünnung des Nahverkehrs ist nicht vorgesehen“, sagt er der FR.

Die SOH kommt offenbar auch darüberhinaus arg ins Strudeln. Und zwar so arg, dass Verkäufe von Unternehmensteilen, Grundstücken und Wohnungen der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach in Erwägung gezogen werden.

"Gesundes Unternehmen"

Die Kickersinsolvenz hat daran nur geringen Anteil. Die Stadiongesellschaft SBB hat zwar Forderungen an die Kickers von acht Millionen Euro, unter anderem weil die Kickers nur noch 200.000 Euro Miete für das neue Stadion auf dem Bieberer Berg zahlen anstatt 525.000. Mit konkreten Zahlen hält sich die SOH ansonsten zurück. SOH-Sprecherin Regina Preis sagt lediglich, dass die SOH angesichts der Mindereinnahmen Aufgaben und Angebote aller SOH-Unternehmen auf den Prüfstand stelle und Verkäufe nicht ausschließe. Bis Jahresende sollen Magistrat und Stadtverordneten Vorschläge vorliegen, wie es weitergehen soll.

EVO-Sprecher Hofmann beteuert indes, dass die EVO ein „gesundes und solides“ Unternehmen sei, das 2012 im operativen Geschäft einen Überschuss von 16,7 Millionen Euro gemacht habe. Den geringeren Erträgen in der konventionellen Energiegewinnung stünde das Engagement bei den lukrativen Erneuerbaren gegenüber.

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