Heiner Blum, Bernd Kracke und William Forsythe (v. l.) träumen schon vom Erfolg ihres Forschungsprojekts „Motion Bank“.
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Heiner Blum, Bernd Kracke und William Forsythe (v. l.) träumen schon vom Erfolg ihres Forschungsprojekts „Motion Bank“.

HfG Offenbach

Im Wettkampffieber

  • Christina Franzisket
    vonChristina Franzisket
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Die Hochschule für Gestaltung Offenbach blickt zurück auf ein erfolgreiches Jahr 2012 und stürzt sich motiviert auf 2013. Die Studenten sind auf Preisjagd. Zu den neuen Projekten der HfG gehört, Tanz in eine digitale Sprache übersetzen.

In der Aula ist das Licht gedimmt. Alle Accessoires vom Rednerpult bis zum Sekttablett sind in Schwarz-Weiß gehalten. Das einzig Bunte flimmert an der Decke: Eine Projektion zeigt farbige Kugeln, die sich im Rhythmus elektronischer Lounge-Musik hin und her treiben lassen. Die Hochschule für Gestaltung Offenbach zeigt sich beim Neujahrsempfang unter dem Motto „HfG bewegt“ perfekt inszeniert.

Während der Präsident der Hochschule Bernd Kracke einleitende Worte spricht, erscheinen hinter ihm an der Wand, wie von Zauberhand, alle Namen der anwesenden Gäste zur persönlichen Begrüßung.

Ein Auszeichnungsregen

Kracke blickt in seiner Ansprache kurz zurück auf das ereignisreiche Jahr 2012 an der HfG: „Viele Veranstaltungen haben es bereichert“, sagt er. Er erwähnt einen Kongress zur kreativen Stadtentwicklung im vergangenen Februar, den Umzug des Ausstellungsraums in Berlin vom Stadtteil Wedding an den Hauptbahnhof: „Jetzt sind wir noch näher an der Kunstszene“, sagt Kracke.

Eine große Überraschung gab es laut Kracke beim alljährlichen „Rundgang“, den die Freunde der HfG organisieren. Dort habe es einen wahren Auszeichnungsregen gegeben: „Einige unserer Partner haben Preise ausgelobt, das ist eine tolle Sache“, so Kracke. Die Preise für Arbeiten seien mit bis zu 3000 Euro dotiert, das sei Belohnung und Anreiz für die Studenten.

Kracke betont, dass die HfG, obwohl sie mit 600 Studenten die kleinste Hochschule Hessens sei, sich weiterhin als „nationaler und internationaler Player“ entwickeln solle: „Wir sind das kreative Kraftzentrum der Rhein-Main Region.“ Und das wolle die HfG auch 2013 wieder beweisen.

Jagd nach dem Goldenen Bären

Das Programm sieht zumindest vielversprechend aus, und der Preisregen habe laut Yaschar Scheyda, dem Vorsitzenden der Studentenvertretung, viele Studenten angestachelt: „Wir sind in Wettbewerbsstimmung, jeder möchte gerne einen Preis gewinnen“, sagt Scheyda.

Erste Preisanwärter sind in diesem Jahr die HfG-Studenten Xenia Lesniewski und Merlin Flügel. Sie nehmen mit Kurzfilmen am renommierten Wettbewerb um den Goldenen Bären bei der Berlinale im Februar teil: „ Das ist eine große Ehre und eine echte Chance“, sagt der Nominierte Flügel.

Ein weiteres großes Vorhaben, an dem sich die HfG beteiligt, heißt „Motion Bank“: ein Forschungsprojekt der Forsythe Company, William Forsythes Tanzensemble, bei dem Tanz in einem breiten und völlig neuen Kontext erforscht werden soll. Der Amerikaner Forsythe ist selbst nach Offenbach angereist, um sein Projekt vorzustellen: „Wir übersetzen Tanz und Choreografie in eine digitale Sprache, erstellen eine digitale Tanzpartitur“, sagt er.

Tanz erklären

Das Kooperationsprojekt läuft bereits seit 2010, und Ende 2013 sollen die Ergebnisse präsentiert werden. Teil des Projekts sind die HfG-Absolventen Amin Weber und Florian Jenett. Sie entwickeln unter der Leitung von Professor Heiner Blum und in Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Frauenhofer-Institut und der Hochschule Darmstadt „Motion Bank“ auf mehreren Ebenen.

Amin Weber weist auf die Projektion an der Decke der Aula: „Die bunten Kugeln zeichnen die Bewegung eines Körpers im Raum nach.“ Das Ergebnis der Forschungen soll erklären, wie Tanz funktioniert. „Wir können damit ein Tanzstück in einer völlig neuen Form darstellen“, sagt Weber. „Ende des Jahres ist Showtime“, verspricht Jenett.

Ein weiterer Programmpunkt im HfG-Jahr wird 2013 „B3“ sein, die Biennale des bewegten Bildes, ein großes Festival für Film- und Medienkultur in Frankfurt. „Das bewegte Bild wird die Welt revolutionieren“, so Kracke, „und das Festival bietet eine Plattform es von allen Seiten sichtbar zu machen.“ Kracke ist sich sicher, dass die auch HfG im Jahr 2013 einiges bewegen wird.

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