+
Wetter in Deutschland: Im Schwarzwald hat es bereits heftig geschneit. 

Aktuelles Wetter

Rekordtemperaturen, eisige Kälte, Schneemassen und Überflutungen - wie hängt das alles zusammen?

  • schließen

Meteorologen sprechen von einer „blockierenden Großwetterlage“. Was bedeutet das für unser Wetter? 

Offenbach - Rekordwärme in Osteuropa, tiefer Winter in Skandinavien, starker Regen und Überflutungen in Venedig, große Schneemengen in Österreich - wie passen diese unterschiedlichen Wetterphänomene zusammen? Wir erläutern die Großwetterlage - und erklären, wie das alles mit dem Wetter zusammenhängt. 

Normalerweise wechseln sich Hoch- und Tiefdruckgebiete regelmäßig ab. In den vergangen 14 Tagen jedoch hat sich in Europa das Wetter kaum verändert. Abgesehen von kleinen Schwankungen bleiben die Hochs und Tiefs derzeit stationär an ihrem Fleck anstatt weiterzuziehen. Meteorologen sprechen von einer „blockierenden Großwetterlage“.     

„Blockierende Großwetterlage“

Wetter: Tiefdruckgebiet liegt über Westeuropa fest 

Schauen wir beim Wetter zunächst auf die Lage der Tiefdruckgebiete: Sie liegen über Westeuropa. Tiefs drehen sich gegen den Uhrzeigersinn. Dadurch strömt warme Luft aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum in die Osthälfte von Europa. An der Westseite des Tiefs dagegen werden sehr kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Westeuropa geschaufelt. 

Wenn an der Westseite des bestimmenden Tiefs nun kalte Luft bis in den Mittelmeerraum vorstößt und dort auf das derzeit noch vergleichsweise warme Mittelmeer trifft, bilden sich weitere kleine Tiefdruckgebiete. Am Meer nehmen sie viel Feuchtigkeit auf und es können sich stürmische Winde bilden, die wiederum Wasser gegen die Küsten drücken. Dazu kann das Wetter stark regnerisch sein. Das ist einer der Gründe, warum Venedig derzeit mit Hochwasser zu kämpfen hat. 

Wetter: Alpen blocken die feuchte Luft ab 

Die feuchte Mittelmeerluft wird bei diesem Wetter weiter ins Landesinnere geblasen - und bleibt an den Alpen hängen. Die Luft kann diese natürliche Barriere nicht überwinden und regnet ab. So sind beispielsweise in Kärnten in den vergangenen 14 Tagen mehr als 500 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen, der Monatsdurchschnitt liegt normalerweise bei 140 Litern pro Quadratmeter. In höheren Lagen fielen diese Niederschläge als Schnee. So bekam etwa Südtirol mehr als einem Meter Neuschnee ab. 

Der Norden von Skandinavien dagegen bekommt bei diesem Wetter hauptsächlich Luft aus nordöstlicher Richtung. Bedeutet: dort breitet sich richtig kalte Luft aus der Arktis aus. 

Wetter wird erst einmal so bleiben 

Am Wetter wird sich erst einmal grundsätzlich nicht viel ändern. Über Westeuropa liegt ein wetterbestimmendes Tiefdruckgebiet, über Osteuropa ein Hoch. Die Temperaturen werden daher so bleiben, in Südeuropa müssen die Menschen mit weiterem Starkregen und Überflutungen rechnen. 

Sie interessieren sich für das aktuelle Wetter in Hessen? Mit unserem Wetter-Ticker bleiben Sie immer auf dem Laufenden 

Deutschland sitzt dabei bei dem Wetter ein wenig zwischen den Stühlen: Es bleibt bei der ruhigen, vielfach herbstlich grauen Grundstimmung mit gelegentlich ein wenig Regen. In Hessen können in den Mittelgebirgen durchaus auch mal ein paar Schneeflocken fallen. Aber ein richtiger Wintereinbruch mitF Schnee bis in tiefe Lagen ist derzeit nicht in Sicht. Trotzdem: Für November haben wir nicht das schlechteste Wetter, wenn man sich die Großlage anschaut.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare