Wohngebiet "An den Eichen" im Offenbacher Osten: Zwischen einem Bolzplatz, Spielplätzen und einem Grundstück, auf dem eine Kindertagesstätte geplant ist, soll  eine Buswendeschleife  gebaut werden.
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Wohngebiet "An den Eichen" im Offenbacher Osten: Zwischen einem Bolzplatz, Spielplätzen und einem Grundstück, auf dem eine Kindertagesstätte geplant ist, soll  eine Buswendeschleife  gebaut werden.

Offenbach

Wendende Busse bereiten Eltern Sorge

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Die Bewohner eines Neubaugebiets in Offenbach streiten sich mit der Stadt um Verkehrssicherheit.

Eine kleine Asphaltfläche sorgt im Neubaugebiet „An den Eichen“ im Osten Offenbachs für große Diskussionen. Zwischen einem Bolzplatz, Spielplätzen und einem Grundstück, auf dem eine Kindertagesstätte geplant ist, soll in diesem Jahr eine Buswendeschleife samt Ladestation für E-Busse gebaut werden. Das Problem: Die Anwohnerinnen und Anwohner dachten bisher, dass die Sackgasse mitten im Wohngebiet, in der viele ihrer Kinder täglich alleine unterwegs sind und spielen, ein verkehrsberuhigter Bereich bleibt. Die Buspläne der Stadt bereiten ihnen nun Sorge – und sorgen für Protest.

„Einige Leute hier sind hochgradig frustriert“, erzählt Rafael Sartowski, der mit Frau und vier Kindern nicht weit von der künftigen Buswendeschleife wohnt. Sartowski glaubt nicht, dass es – wie die Stadt beteuert – ungefährlich sei, wenn die Busse langsam das Areal befahren. „Hier sind jede Menge toter Winkel“, sagt auch Nina Steinhoff, die mit Mann und zwei Kindern seit 2018 in dem Neubaugebiet wohnt. Hätte sie gewusst, dass ihre Nachbarschaft einmal voller Busse sein würde, hätte sie womöglich nie „An den Eichen“ gebaut, erzählt sie bitter.

Steinhoff und Sartowski sind nicht allein: 140 Unterschriften von Menschen aus dem jungen Quartier haben sie gesammelt. Der Kern ihrer Kritik bezieht sich auf den Bebauungsplan aus dem Jahr 2016. Darin ist die umstrittene Fläche, die tatsächlich genau zwischen zwei Spielplätzen liegt – einer davon wird gerade noch gebaut –, als verkehrsberuhigter Bereich festgelegt.

Auf diese Festlegung verweist auch Offenbachs Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Denn „verkehrsberuhigt“ heiße nicht, dass dort keine Busse erlaubt seien. „ÖPNV ist sogar in reinen Fußgängerzonen möglich und in vielen Städten Standard“, sagt er. Verkehrsberuhigt bedeute, dass nur in Schrittgeschwindigkeit gefahren werden dürfe. Und dass eine Buswendeschleife kommen könne, sei schon vor Jahren in der Begründung zum Bebauungsplan beschrieben worden.

Die Anwohnerinnen und Anwohner wollen sich damit nicht zufriedengeben. Sie haben sich fünf alternative Standorte für die Buswendeschleife überlegt – etwa außerhalb des Wohngebiets am Eibenweg – und diese Vorschläge in der vergangenen Woche an den Magistrat geschickt.

Man werde „alle Alternativen noch einmal durchprüfen“, verspricht Weiß im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau – auch wenn man vor Jahren schon einmal unterschiedliche Standorte „gründlich geprüft“ habe. Nach der erneuten Prüfung sei man auch zu einem Treffen vor Ort bereit. Dass es ein solches Treffen bisher noch nicht gab, ist ein weiterer Kritikpunkt der Anwohner – die darauf hinweisen, dass sie auch rechtliche Schritte gegen die Stadt nicht scheuen.

Die Diskussion wirft ein Schlaglicht auf einen klassischen Nutzungskonflikt, wie er in der schnell wachsenden Region mittlerweile häufiger auftritt: hier die Bedürfnisse der Menschen vor Ort, die sich ein ruhiges Leben mit ihren Kindern wünschen – dort die Notwendigkeit, in einer schnell wachsenden Kommune mehr Menschen zu befördern.

Da dies möglichst umweltfreundlich geschehen soll, wandelt die Stadt Offenbach ihre Busflotte derzeit nach und nach in eine elektrisch betriebene Flotte um. Spätestens Ende 2021 sollen von insgesamt 87 Stadtbussen 36 elektrisch angetrieben sein, heißt es. Die Ladung dieser Busse erfolgt im Depot und an zwei Endstationen – eine davon wird am Kaiserlei im Westen der Stadt gebaut, die andere auf besagter verkehrsberuhigter Fläche im Neubaugebiet „An den Eichen“.

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