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Den Frühling kann Denny Karran nicht herbeilocken – aber erklären, warum er so kalt ist.
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Den Frühling kann Denny Karran nicht herbeilocken – aber erklären, warum er so kalt ist.

Wettervorhersagen

Warum der Wetterbericht irrt

Am Tag der Meteorologie erklärt Denny Karran die Geheimnisse der Vorhersagen.

Von Anne-Sophie Lang

Den Frühling kann auch Denny Karran nicht herbeilocken. Dafür kann er ziemlich sachlich erklären, warum es Ende März immer noch so kalt ist: Die Ostströmung ist schuld. Sie bringt sibirische Kaltluft. Bibbernd hören ihm die Besucher zu und glauben es ihm aufs Wort. Karran arbeitet in der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Im Auftrag der Stadt führt der Brandenburger an diesem eisigen Samstagnachmittag durch den Wetterpark an der Buchhügelallee. Der eröffnet seine neue Saison – am Welttag der Meteorologie.

179 Wetterstationen in Deutschland

Warum der am 23. März begangen wird, erklärt Karran so: 1950 gründete sich an diesem Datum die Weltorganisation für Meteorologie. Sie koordiniert etwa die Erstellung von Katalogen, in denen Standards für die Wetterbeobachtung festgeschrieben werden. So messen etwa die Sensoren in der automatischen Wetterstation im Park allesamt zwei Meter über Grund. Eine Anzeigetafel neben den zwölf Geräten informiert: Es ist 3,2 Grad kalt, die relative Luftfeuchtigkeit beträgt 50 Prozent, die Windgeschwindigkeit schwankt zwischen 2,3 und 2,9 Metern pro Sekunde.

Insgesamt gibt es in Deutschland 179 Wetterstationen, referiert Karran, hinzu kommen 1782 Stationen, die Ehrenamtliche betreuen. Für diese Nebentätigkeit kann man sich bewerben. Vor allem ältere Leute täten das gern. Je mehr mitmachen, desto besser. „In der Meteorologie gilt nicht: Viele Köchen verderben den Brei“, sagt Karran.

Denn dass sie ungenau wird, wenn zu wenige Messungen vorliegen, ist eines der Probleme bei der Wettervorhersage. Ein anderes sind fehlerhafte Messungen, etwa, wenn eine Schneewehe ein Gerät bedeckt. Und ein drittes Problem ist, dass für die Vorhersage vereinfachte Formeln verwendet werden. Insgesamt sind es sieben: drei Bewegungsgleichungen und jeweils eine Gleichung für Masseerhaltung, Thermodynamik, Gas und die Wasserdampfbilanz. Gemessen werden dafür Wind sowie Luftdruck, Lufttemperatur, Luftdichte und Luftfeuchte.

Teure Stationen

Das ist teuer: Eine automatische Wetterstation kostet laut Karran 500.000 bis eine Million Euro, eine Station mit sieben Leuten zu betreiben pro Jahr rund 600.000 Euro. Das mache auch deutlich, warum ein meteorologischer Dienst wie der DWD mit seinen 2200 Mitarbeitern eine Behörde sein müsse: Für private Unternehmen sei es schlicht zu teuer, ausreichend Daten für die Wettervorhersage selbst zu erheben. Der DWD sagt seit 1966 das Wetter vorher und gibt etwa Warnungen für die Schifffahrt heraus.

Zum Abschluss der Führung bestimmt Karran von der zehn Meter hohen Plattform im Wetterpark die Sichtweite: Der Feldberg ist nicht zu sehen, die Frankfurter Skyline schon, der Fernsehturm auch: Rund 15 Kilometer weit kann man heute schauen.

Der Wetterpark hat täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Infos unter www.wetterpark-offenbach.de.

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