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Die ehemalige Esprit-Filiale am Marktplatz steht seit langem leer.
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Die ehemalige Esprit-Filiale am Marktplatz steht seit langem leer.

Offenbach

Verunsicherter Einzelhandel

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Die IHK Offenbach und der Gewerbeverein werben für eine Perspektive. In der Innenstadt stehen acht Geschäfte leer – nicht nur wegen Corona.

Es herrscht ein reger Betrieb im Scheck-In-Center am Goethering. Seit der Neueröffnung vor genau einer Woche wird der neue Supermarkt im Goethequartier sehr gut angenommen. „Die Nahversorgung in der Nähe hat gerade in Corona-Zeiten eine wichtige Bedeutung“, sagt Frank Achenbach, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach. Gerade bei den vielen Bauprojekten - etwa neue Wohnungen und Büroräume am Kaiserlei, Nordend und im Zentrum - sei eine fußläufige Erreichbarkeit entscheidend. Zumal der Lidl in der Berliner Straße noch bis Mitte November wegen Umbauarbeiten geschlossen sein wird. Außerdem lässt die Eröffnung des Teguts, der in einen Neubau in der Berliner Straße integriert wird, auf sich warten. Ursprünglich war Herbst 2020 vorgesehen, jetzt soll er laut der Einzelhandelskette im Juni 2021 eröffnen.

Seit dem 8. März ist wie in ganz Hessen der Einzelhandel geöffnet. Nach dem ersten Sturm auf die Rabatte der Winterware haben die Schlangen vor den Modegeschäften nachgelassen. „Das Click and Meet funktioniert so weit“, sagt Stefan Becker, Geschäftsführer vom Modehaus M. Schneider und gleichzeitig Vorsitzender des Gewerbevereins. Es sei aber ein riesiger bürokratischer Aufwand für sein Unternehmen. „Nur um das zu händeln, beschäftige ich am Tag sechs Personen“, erklärt er. In der ersten Woche hatte er alleine 200 Terminbuchungen, die über Telefon oder Internet koordiniert werden und dann beim Besuch am Ein- und Ausgang kontrolliert werden mussten.

Eigentlich, so Becker, wäre eine bestimmte Personenzahl im Geschäft pro Quadratmeter die deutlich bessere Lösung. Die größte Frage für ihn ist jedoch: Wie lange darf er angesichts der steigenden Inzidenzzahl noch auf haben? „Der Einzelhandel ist sehr verunsichert und braucht eine Perspektive“, sagt Achenbach. Denn mit dem ersten Öffnungsschritt sei noch längst keine Wirtschaftlichkeit entstanden.

Die IHK plädiert deshalb für einen Weg, der sich von der harten Festlegung der Inzidenzwerte löst. „Der Einzelhandel ist bereit, weiter in Hygienemaßnahmen zu investieren und ist auch kein Hotspot für Infizierungen“, betont Achenbach. Neben der Problembewältigung, wie der Beantragung finanzieller Hilfen, arbeitet die IHK derzeit vor allem daran, die Unternehmen „zukunftsfit zu machen“. Befürchtet wird, dass viele den Schritt aus der Corona-Krise nicht schaffen.

Zukunftskonzept steht

In der Offenbacher Innenstadt stehen derzeit acht Geschäfte leer. Am augenscheinlichsten ist der Leerstand am Marktplatz/Ecke Frankfurter Straße, wo die Modefirma Esprit und das Schuhgeschäft Dielmann ihre Filialen hatten. Schon vor Corona ließen sich dort keine Nachfolger finden. Auch die Verhandlungen mit potenziellen Mieter:innen im Rathaus-Plaza in der Frankfurter Straße sind auf Eis gelegt. „Mit dem Zukunftskonzept Offenbach Mitte haben wir eine Perspektive für die Innenstadt entwickelt“, sagt Achenbach. Die Stadtbibliothek solle aus der Herrnstraße in die Innenstadt ziehen; und mit dem Festekonzept sollen Aufenthaltsqualität und -dauer im Zentrum erhöht werden. „Strategisch und konzeptionell haben wir eine Antwort, jetzt müssen wir sie nur umsetzen.“

Das Scheck-in-Center im Goethequartier ist seit 16. März geöffnet.

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