Der beliebte Offenbach-Schriftzug soll wegen eines Bauvorhabens versetzt werden.

Stadtentwicklung

Offenbach: Protest gegen Baumfällung

Das Einkaufszentrum an der Ecke Berliner Straße/Schloßstraße soll Wohnungen weichen. Für den Neubau sollen Bäume und der Offenbach-Schriftzug fallen.

Fünf dürre Bäume, Fahrradboxen und E-Auto-Ladestation, ein mit Müll gespickter Erdhügel und neun große weiße Buchstaben: Das ist nüchtern betrachtet der Ist-Zustand an der Ecke Berliner Straße/Schloßstraße. Das dahinterliegende Einkaufscenter, in der Stadt gerne als Bausünde bezeichnet, steht inzwischen leer und wartet auf den Abriss. Hauptmieter Toys-R-Us ist schon seit Monaten ausgezogen.

Wie berichtet, möchten Bauherr Michael Dietrich und Architekt Christoph Mäckler dort anstelle des Einkaufscenters ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. Ein Vorschlag, der auch bei der öffentlichen Präsentation der Pläne bei einer Bürgerversammlung im August positiv aufgenommen wurde.

Dass aber die fünf Bäume und der Hügel mit dem Offenbach-Schriftzug dem Haus weichen sollen, scheint nicht allen zu gefallen: Seit Jahresbeginn wird mit Plakaten an den Bäumen gegen den geplanten Abriss protestiert, für den es allerdings noch kein genaues Datum gibt. Inzwischen sind nur noch zwei Plakate mit Sprüchen wie „Ohne Scheiß: Pflanzen sind nice“ übrig, auf an den Bäumen befestigten Blättern wird zum Protest aufgerufen: Wenn der „grüne Hügel“ verschwinde, gebe es keine Grünfläche mehr am Marktplatz. Der Aufruf ist anonym, ein handschriftlicher Zusatz verweist auf die Internetseite „Stadtkind Frankfurt“. Dort ist ebenfalls ein Artikel über den Abriss des „Feldherrenhügels“ und der Bäume zu lesen. Auf den Blättern werden die Bürger aufgerufen, sich beim Stadtverordnetenbüro zu beschweren.

Offenbach: Stadtverordnetenbüro über Aufruf verwundert

Dort ist man über den Aufruf verwundert, denn die Stadtverordnetenversammlung hatte schon vor Monaten über die geplante Bebauung entschieden. Protestschreiben seien bisher auch weder beim Stadtverordnetenbüro noch beim Bauamt eingegangen, heißt es auf Nachfrage. Zudem sei bei einem privaten Bauvorhaben die Bauaufsicht zuständig, teilt die Stadt mit.

Kurios ist der Protest auch, da etwa bei der Bürgerversammlung zum Neubau zwischen Verwaltung und Bürgern Einigkeit darüber herrschte, dass der Hügel – der ursprünglich für den Stützpfeiler der inzwischen abgebrochenen Brückenkonstruktion über die Berliner Straße errichtet wurde – verdreckt sei und auch der Sandplatz an der Straßenecke keinerlei Aufenthaltsqualität besitze.

Einzig um den Offenbach-Schriftzug sei es schade, war immer wieder zu vernehmen. Der soll aber an anderer Stelle wieder errichtet werden. Die Lokale Agenda hatte vorgeschlagen, ihn an der Hafenspitze aufzubauen.

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