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Nur wenige Besucher beim "Superwochenende".
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Nur wenige Besucher beim "Superwochenende".

Kunst in Offenbach

Das verflixte 13. Jahr

  • VonFrank Sommer
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Der Kunst-Supermarkt des Bundes Offenbacher Künstler hat mit Platzproblemen zu kämpfen: diesmal musste er in der Galerie stattfinden und dauerte nur drei Tage statt zwei Wochen wie sonst. Der Verkauf läuft nur schleppend.

Christine Mathews zieht ein gerahmtes Bild aus dem Stapel und zeigt es Gerlinde Richter, die gerade kleine Ölgemälde betrachtet. Dann fällt der Blick der beiden Frauen auf eine Zeichnung, die in Bodennähe aufgehängt ist. Anja Hantelmann vom Bund Offenbacher Künstler (BOK) tritt zu den beiden Frauen, gemeinsam schauen sie sich die Zeichnung an. Schnell wird der neue Turm der Europäischen Zentralbank darauf identifiziert: „Fantastisch, welche Wirkung ein paar Striche haben können.“ Besucher und Künstler kommen schnell ins Gespräch beim Kunstsupermarkt vom BOK.

Notlösung Galerie

Superwochenende“ heißt der Markt. Von Freitag bis Sonntag haben 13 Künstler ihre Werke zum Verkauf ausgestellt. Überhaupt, die Zahl 13: Allgegenwärtig scheint sie. Es ist der 13. Kunstsupermarkt und eröffnet wurde er am Freitag, den 13. in der Galerie des BOK in der Kaiserstraße 13. Nun mögen manche der Zahl eine unheilbringende Wirkung zuschreiben – eine Glückszahl ist sie für die ausstellenden Künstler in diesem Jahr jedenfalls nicht.

„Das Superwochenende hier in der Galerie ist eine Notlösung“, gibt Hantelmann unumwunden zu. Denn in den vergangenen Jahren luden die Künstler zu einem zweiwöchigen Kunstsupermarkt in der Fußgängerzone ein, dem „Super-Laden“. „Durch den Innenstadtumbau musste der Weihnachtsmarkt ausweichen und so stehen nun vor dem Ladenlokal in der City-Passage, das wir sonst nutzen, Buden“, erklärt Hantelmann. Der Schrecken sei groß gewesen, denn adäquater Ersatz sei trotz tatkräftiger Unterstützung der Wirtschaftsförderung auf die Schnelle nicht zu finden gewesen.

„Um unser Stammpublikum nicht zu enttäuschen, sind wir in unsere Galerie gezogen“, sagt die Künstlerin. Doch ein dreitägiger Markt kann kein Ersatz für einen 14-tägigen sein, wirtschaftlich ist es für die Künstler problematisch. „In der Fußgängerzone erreicht man ein anderes Publikum“, meint Hantelmann, „schon beim Aufbau kamen sonst die ersten Besucher herein und ließen sich Werke reservieren. Durch die Schaufenster angelockt, kamen auch viele, die sonst nie eine Galerie betreten würden – an diesem Wochenende kommen nur die eingeladenen Gäste, andere Besucher finden uns nicht.“

Schleppender Verkauf

Auch die schon traditionelle Weihnachtsgabe der Künstler an den Förderkreis wird während des „Superwochenendes“ überreicht: In diesem Jahr sind es Siebdrucke von Andreas Masche, die der Künstler an die Mitglieder des Förderkreises verteilt – 13 an der Zahl.

„Gute Kunst zum kleinen Preis“, lautet das Motto des alljährlichen Kunst-Supermarktes, doch läuft der Verkauf, bedingt durch die veränderte Lage, schleppend. Dabei zeigt sich hier, dass Kunst nicht teuer sein muss: In „Wühlkästen“ gibt es auch Gemälde für knapp 25 Euro.

Fürs nächste Jahr hoffen die Künstler, dass sie wieder an ihrem angestammten Platz öffnen können. „Die Aufregung um die Raumsuche sorgte jedenfalls für Ablenkung“, meint Katja M. Schneider. Denn die Künstlerin und einige ihrer Kollegen vom BOK plagen weitere Raumsorgen: Im Frühjahr müssen sie ihre Ateliers in der Mato-Fabrik räumen, der Mietvertrag wurde nicht verlängert.

„Es ist furchtbar, der Cluster von 40 Künstlern, der so wertvoll war, löst sich gerade auf“, sagt Schneider. Auch beim „Superwochenende“ wird sie gefragt, wie es nun weitergeht. Ihre Hoffnung setze sie auf die Gesprächsrunde der Künstler mit der Stadt im Januar, antwortet sie dann.

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